Gemeinschaft gestalten – Arbeitsplatz für Arbeitsplatz
Drei Transformationen, eine gemeinsame Philosophie
Was braucht es, um einen Arbeitsplatz zu schaffen, an dem Menschen wirklich gerne sind?
In ganz Europa hat Steelcase in jüngster Zeit mehrere eigene Standorte neu gedacht – jeden mit einer anderen Herausforderung.
- In London, ging es darum, Menschen, Expertise und Kompetenzen an einem zentralen Ort zusammenzuführen.
- In München, sollte die Neugestaltung des Learning + Innovation Center (LINC) neue Möglichkeiten zur Co-Creation zwischen Kunden, Partnern und Steelcase-Teams schaffen.
- In Cluj, brauchte eine schnell wachsende Gemeinschaft von Mitarbeitenden einen Arbeitsplatz mit mehr Chancengleichheit, Effizienz und Auswahl.
Jedes Projekt reagierte auf einen eigenen Kontext, doch alle drei folgten demselben Ansatz: Community-Based Design. Statt mit Grundrissen oder Möbeln beginnt der Prozess damit, die Menschen zu verstehen – ihre Arbeit und die Gemeinschaften, die sie bilden. Die entstandenen Räume sehen unterschiedlich aus, verfolgen aber ein gemeinsames Ziel: Menschen dabei zu unterstützen, sich zu vernetzen, zusammenzuarbeiten und ihr Bestes zu geben.
London Studio: Ein Ort, für den sich
Menschen bewusst entscheiden
Als Steelcase Teams zusammenführte, die zuvor an unterschiedlichen Standorten gearbeitet hatten, ging es um mehr als eine gemeinsame Adresse. Das Projekt bot die Chance, die Zusammenarbeit neu zu denken und eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die Mitarbeitende und Kunden besser unterstützt.
In Interviews mit Führungskräften, Mitarbeiterbefragungen und Co-Design-Workshops ermittelte das Projektteam, was die Menschen von der künftigen Arbeitsumgebung erwarten. Rückzugsmöglichkeiten erwiesen sich als zentrales Anliegen – ebenso wie eine bessere Unterstützung für hybrides Arbeiten und ein breiteres Spektrum an Räumen für unterschiedliche Arbeitsweisen. Zugleich bestand der Wunsch, die Verbindungen zwischen den Teams zu stärken und Kunden ein nahtloseres Erlebnis zu bieten.

Ein Ziel, das den Weg wert ist
„Für unsere Kunden wollten wir einen Ort schaffen, an dem sie Arbeitsplatztrends erleben und herausfinden können, was diese Ideen für ihren eigenen Arbeitsplatz bedeuten könnten. Für die Mitarbeitenden ging es darum, ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen – ein Zuhause und einen Ort, der auf die tägliche Arbeit und Zusammenarbeit ausgerichtet ist“, sagt Anisha Patel, Applied Research Consultant.
Die Neugestaltung übersetzte diese Erkenntnisse in ein einladenderes und vielfältigeres Arbeitsplatzerlebnis. Das WorkCafé rückte ins Zentrum der Fläche und wurde so zum echten Treffpunkt der Gemeinschaft. Die Arbeitsbereiche wurden auf beide Etagen neu verteilt – für eine reichere Mischung an Erlebnissen. Statt jeder Etage einen einzigen Zweck zuzuweisen, setzt das Design auf mehr Flexibilität: Menschen können im Laufe des Tages mühelos zwischen verschiedenen Bereichen wechseln.
Eine zentrale Erkenntnis aus den Inclusive-Design-Workshops: Menschen brauchen nicht ständig dasselbe Maß an Anregung. Manche Momente verlangen nach Energie, Interaktion und Sichtbarkeit, andere nach Konzentration und Ruhe.
„Wie Arbeit aussieht, hängt stark vom Moment ab. Manchmal suchen Menschen Aktivität und Austausch. Dann wieder brauchen sie Raum zum Nachdenken oder Auftanken. Der Arbeitsplatz muss beides ermöglichen.“
Anisha Patel, Applied Research Consultant
Vom Zielort zur Gemeinschaft
Der Umzug war auch eine Gelegenheit, neue Gewohnheiten und Rituale zu etablieren. Die Mitarbeitenden waren während des gesamten Projekts eingebunden, und ein Netzwerk aus Community Champions begleitete den Übergang zu neuen Arbeitsweisen.
„Bei Gemeinschaft ging es für uns um zwei Dinge“, erklärt Anisha Patel. „Erstens darum, dass die Arbeitsumgebung eine effektive Zusammenarbeit unterstützt. Zweitens darum, Möglichkeiten für soziale Interaktion und ein echtes Zugehörigkeitsgefühl zu schaffen.“
Die Transformation zeigt sich auch darin, wie Kunden mit Steelcase zusammenarbeiten.
„Seit diese Kompetenzen unter einem Dach vereint sind, hat sich das Kundenerlebnis verändert. Fragen lassen sich schneller beantworten, Entscheidungen fallen zügiger, und Kunden arbeiten heute mit einem integrierten Team.“
Frank Duffy, Sales Director UK & Ireland

Das vielleicht deutlichste Zeichen für den Erfolg: wie selbstverständlich die Menschen die neue Umgebung angenommen haben. Die Mitarbeitenden haben sich schnell eingelebt, und Initiativen aus der Gemeinschaft heraus florieren weiterhin – sie halten das Gefühl der Verbundenheit lebendig, das das Projekt von Anfang an inspiriert hat.
München LINC: Aus Gemeinschaft
wird Co-Creation
Das Munich Learning + Innovation Center (LINC) wurde 2017 eröffnet, um erlebbar zu machen, wie Räume besseres Arbeiten unterstützen. Mit der jüngsten Neugestaltung sollte eine Umgebung entstehen, in der Kunden, Partner und Steelcase-Teams aktiv zusammenarbeiten, um Projekte voranzubringen.
Ziel war es nicht nur, Besucher zu inspirieren, sondern sie in die Arbeit selbst einzubinden.
„Es macht einen großen Unterschied, ob man nur über Konzepte spricht oder Seite an Seite an einer Lösung arbeitet.“
Elena de Kan, Workplace Design & Consulting Director
Gestaltet für Zusammenarbeit – nicht für Repräsentation
Von Anfang an sollte die Neugestaltung die Zusammenarbeit entlang der gesamten Customer-Journey unterstützen. Eine der besonderen Stärken des LINC ist die Vielfalt an Expertise an einem Ort: Arbeitsplatzstrategie, Innenarchitektur, Projektmanagement, Produktentwicklung und Zirkularität. Diese Nähe ermöglicht es den Teams, fließend von der Vision zur Planung und von der Planung zu konkreten Ergebnissen zu gelangen.
Im Zentrum des neu gestalteten LINC steht ein kollaborativer Hub, der Materialien, Produkte und digitale Tools zusammenführt. „Hier kommen physische und digitale Elemente zusammen – eine Bibliothek aus Wissen, Produkten, Materialien und Anwendungen“, erklärt Elena.
Weil Ideen, Materialien und Produktentscheidungen früher in die Diskussion einfließen, unterstützt der Hub Teams dabei, sich schneller abzustimmen und vom Reden ins Handeln zu kommen.
„Wenn alles nur verbal bleibt, stellt sich jeder etwas anderes vor“, merkt Elena an. „Ideen in Originalgröße zu visualisieren, macht einen echten Unterschied.“

Gemeinschaft als Motor für Leistung
Die Neugestaltung greift eine zentrale Erkenntnis der Steelcase-Forschung auf: Gemeinschaft fördert Leistung. Wenn Menschen sich miteinander und mit ihrer Arbeit verbunden fühlen, verbessert sich die Zusammenarbeit, das Engagement steigt und Lernprozesse beschleunigen sich.
Im LINC zeigt sich dieser Ansatz im gesamten Gebäude. Die Flächen sind in verbundene Bezirke gegliedert, die Fokusarbeit, Zusammenarbeit, Lernen, Austausch und Erholung unterstützen. Bereiche für Gäste sind bewusst offen und einladend, privatere Zonen bieten das richtige Maß an Rückzug.
„Ein wesentlicher Faktor für Lebendigkeit ist, die richtigen Teams zusammenzubringen“, sagt Elena. „Wenn Menschen ins Gespräch kommen, die an der Arbeit der anderen anknüpfen, entsteht genau diese positive Energie.“
Für die Mitarbeitenden hat die Neugestaltung den Arbeitsalltag verändert.
„Wenn Menschen näher zusammenarbeiten, wird der Austausch unmittelbarer. Dinge werden schneller geklärt und Ideen gehen unterwegs nicht verloren.“
Houda Badri, Human Resources Manager
Vom Hersteller zum Partner
Für Kunden und Architekturbüros vermittelt das neu gestaltete LINC eine klare Botschaft: Steelcase ist nicht nur Möbelhersteller, sondern langfristiger Partner. Der Raum bietet Platz für Workshops, Arbeitssessions und tiefere Gespräche über Unternehmenskultur, Nachhaltigkeit und Transformation.
„Kunden wollen keine aufgereihten Möbel sehen. Sie möchten ein funktionierendes Konzept erleben und verstehen, wie alles zusammenspielt.“
Fabian Fischer, Dealer Business Manager
Diese Philosophie gilt auch für Nachhaltigkeit. Statt Zirkularität als separates Thema zu behandeln, integriert das LINC sie in alltägliche Entscheidungen. Designer*innen und Zirkularitäts-Expert*innen arbeiten früh im Prozess zusammen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Das neu gestaltete Münchner LINC ist mehr als ein Ort, den man besucht. Es zeigt, wie Steelcase Community-Based Design versteht – als Umgebung, in der Expertise, Partnerschaft und Co-Creation ineinandergreifen, damit Menschen besser zusammenarbeiten können.

Cluj Business Center: Aus Wachstum
wird Verbindung
In Cluj begann die Geschichte nicht mit einem Designkonzept oder einer Arbeitsplatzvision. Am Anfang stand eine praktische Herausforderung: Die Arbeitsumgebung konnte mit den veränderten Anforderungen der Mitarbeitenden nicht mehr Schritt halten.
Im Laufe der Zeit war das Cluj Business Center auf fast 400 Mitarbeitende in mehr als 80 Teams angewachsen. Doch der Arbeitsplatz hatte sich in Etappen entwickelt: Die Etagen wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten und nach unterschiedlichen Standards neu gestaltet. Die Folge war ein uneinheitliches Erlebnis im Gebäude – manche Teams hatten leichteren Zugang zu Schreibtischen, Besprechungsräumen und der passenden Technik in der Nähe ihrer Kolleg*innen als andere.
„Als der Standort weiter wuchs, wurde uns klar, dass der Arbeitsplatz eine immer wichtigere Rolle spielt“, erinnert sich Maria Crisan, Lead Interior Designer. „Die Menschen haben viel Zeit und Energie darauf verwendet, sich im Raum zurechtzufinden. Wir sahen die Chance, eine Umgebung zu schaffen, die ihre Arbeit wirksamer unterstützt.“

Chancengleichheit als Designprinzip
Statt vorschnell Lösungen umzusetzen, nahm sich das Projektteam mehrere Monate Zeit, Daten zu sammeln, Annahmen zu überprüfen und den Mitarbeitenden zuzuhören. Befragungen, Workshops und Validierungssessions halfen, Prioritäten zu identifizieren und sicherzustellen, dass die Menschen, die die Räume nutzen, deren Zukunft maßgeblich mitgestalten konnten.
Chancengleichheit wurde zum Maßstab für jede Designentscheidung – nicht indem jede Etage identisch gestaltet wurde, sondern indem im gesamten Gebäude ein einheitlicheres Arbeitserlebnis entstand.
„Wir wollten, dass sich jede Etage als Teil einer gemeinsamen Arbeitsumgebung anfühlt“, sagt Annamaria Reszeg, Facility Manager und Project Owner. „Unser Ziel war eine Umgebung, in der sich jedes Team gleichermaßen unterstützt fühlt.“

Zirkularität als Katalysator
Mit der bestehenden Fläche auszukommen, war von Anfang an Teil des Briefings. Die Herausforderung bestand nicht darin, mehr Platz zu schaffen, sondern den vorhandenen Raum besser zu nutzen.
Die Lösung verband strategische Flächenplanung mit einem klaren Bekenntnis zur Zirkularität. Rund 70 % der Möbel wurden wiederverwendet, neu platziert oder umfunktioniert – darunter auch Stücke aus anderen Steelcase-Standorten wie London, München und Paris. Diese Zusammenarbeit verlängerte Produktlebenszyklen, unterstützte die Nachhaltigkeitsziele des Projekts und stärkte eine gemeinsame Steelcase-Identität über alle Standorte hinweg.
„Die Neugestaltung hat die Kultur im gesamten Gebäude gestärkt. Heute ist das Gefühl der Zusammengehörigkeit größer und die Menschen fühlen sich enger mit der Gemeinschaft verbunden.“
Annamaria Reszeg, Facility Manager and Project Owner
Für Maria Crisan war es einer der schönsten Aspekte des Projekts, Räume aus unterschiedlichen Phasen zu einem Arbeitsplatz zusammenzuführen, der wie aus einem Guss erscheint. „Ich bin stolz darauf, dass das Ergebnis wie eine einzige Vision wirkt – als wäre es von Anfang an so geplant gewesen“, sagt sie.
Erfolg messen
Eine Befragung nach dem Bezug bestätigte die Wirkung der Neugestaltung. Die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz insgesamt stieg von 69 % auf 91 %, und die Mitarbeitenden berichteten von deutlichen Verbesserungen in allen Bereichen des Arbeitsplatzerlebnisses.
Die spürbarsten Veränderungen lassen sich jedoch nicht unbedingt in Zahlen fassen.
„Die Menschen sind entspannter. Es ist leichter, den passenden Ort für ein Telefonat, ein Meeting oder Zeit mit Kolleg*innen zu finden. So bleibt mehr Raum im Kopf für die Arbeit, auf die es wirklich ankommt.“
Maria Crisan, Lead Interior Designer
Annamaria Reszeg hat eine ähnliche Veränderung beobachtet.
„Was heute besonders auffällt, ist die Atmosphäre“, sagt sie. „Die Menschen lächeln mehr, kommen häufiger miteinander ins Gespräch und genießen es einfach, bei der Arbeit zusammen zu sein. Der Unterschied ist spürbar.“

Ein Ansatz, drei Interpretationen
Unterschiedliche Herausforderungen. Unterschiedliche Lösungen. Und doch gingen alle drei Projekte von derselben Überzeugung aus: Arbeitsplätze funktionieren am besten, wenn sie rund um die Menschen gestaltet werden, die sie nutzen.
Die Projekte zeigen, wie sich gemeinsame Prinzipien auf unterschiedliche Weise interpretieren lassen – passend zu lokalen Bedürfnissen, Kulturen und Geschäftsprioritäten. Zusammen machen sie deutlich: Bei Arbeitsplatzgestaltung geht es nicht nur um bessere Räume, sondern um stärkere Gemeinschaften.

