Hybrides Arbeiten

Balance im Bildschirmalltag finden

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Die Arbeit von heute ist geprägt von Bildschirmen. Videocalls, digitale Chats, gemeinsam genutzte Dokumente und KI-Tools bestimmen, wie Menschen zusammenarbeiten – selbst wenn sie gemeinsam im Büro sind. Laut einer globalen Steelcase-Studie aus dem Jahr 2025 geben 85 % der Befragten an, zumindest in einigen Meetings mindestens eine oder einen remote zugeschalteten Teilnehmenden zu haben. Hybrides Arbeiten hat sich also dauerhaft etabliert.

Dieser Wandel hat unbestreitbare Vorteile gebracht. Technologie eröffnet Zugang, ermöglicht Flexibilität und erleichtert Teams die Zusammenarbeit über Zeitzonen und Standorte hinweg. Arbeit wird schneller, partizipativer und effizienter. Mit der Zunahme bildschirmbasierter Arbeit haben sich aber neue Gewohnheiten eingeschlichen, die es im Arbeitsalltag anzugehen gilt.

Modern biophilic office design featuring Steelcase Gesture ergonomic task chairs, height-adjustable workstations and collaborative workspace solutions, with integrated greenery supporting employee wellbeing, productivity and hybrid work.

Bildschirme verändern den Arbeitstag und fragmentieren die Aufmerksamkeit

Moderne Arbeit kennt keine Bürowände und keine festen Arbeitszeiten mehr. Forschende von Microsoft sprechen vom „infinite workday” – einem endlosen Arbeitstag mit Aktivitäten bis in die frühen Morgen- und Abendstunden. Die Steelcase-Forschung bestätigt das: 64 % der Befragten arbeiten in mäßigem bis erheblichem Umfang außerhalb der regulären Arbeitszeit. Digitale Tools dringen heute in Momente vor, die früher Konzentration und Erholung boten.

Bildschirmbasierte Tools beschleunigen die Arbeit. Aber diese Geschwindigkeit hat einen kognitiven Preis. Studien von Dr. Gloria Mark an der University of California zeigen, dass die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne von 2,5 Minuten im Jahr 2007 auf heute nur noch 47 Sekunden gesunken ist. Mitarbeitende werden etwa alle zwei Minuten durch E-Mails, Meetings oder Push-Nachrichten unterbrochen. Der ständige Aufgabenwechsel erhöht Stress, verlangsamt das Denken und laugt aus. Fragmentierte Aufmerksamkeit hat reale Folgen: Sie erstickt vertieftes Denken.

Mehr Bildschirmzeit, weniger Bewegung

Menschen verbringen heute laut Steelcase-Studien 59 % ihrer gesamten Arbeitszeit am Bildschirm – sowohl bei Einzel- als auch in Zusammenarbeit. Wer allein arbeitet, kommt sogar auf 71 %.

 

59%
der gesamten Arbeitszeit werden am Bildschirm verbracht

 

Mit zunehmender Bildschirmzeit nimmt die Bewegung ab. Wege zu Meetings weichen stundenlangem Sitzen am Schreibtisch. Dabei zeigen Studien, dass Bewegung die kognitive Leistungsfähigkeit steigert – weniger Bewegung führt also zu schlechterer Konzentration und weniger Kreativität. Lange Phasen der Bewegungslosigkeit begünstigen zudem muskuloskelettale Beschwerden und chronische Erkrankungen.

Bildschirme strapazieren unser Gehirn

Auch die rasante Verbreitung von KI-Tools verändert Arbeit grundlegend. Richtig eingesetzt kann KI Prozesse vereinfachen und Entscheidungen beschleunigen. Gleichzeitig erhöht sie jedoch die kognitive Belastung. „Das ist eine Arbeitsweise, die das Gehirn deutlich stärker beansprucht … man denkt eigentlich die ganze Zeit”, sagt Thomas Seitz vom McKinsey Health Institute.

Menschen, die KI häufig nutzen, berichten häufiger von Burnout (45 %) als jene, die KI nur selten einsetzen (38 %) (Quantum Workplace, 2024). Auch Videokonferenzen belasten das Gehirn zusätzlich: Es muss flachere Mimik, leichte Audioverzögerungen und reduzierte Körpersprache verarbeiten, was zu mentaler Erschöpfung, Reizbarkeit und verminderter Konzentration führen kann.

Bequemlichkeit verdrängt echte Verbindung

Steelcase-Forschung zeigt, dass 39 % der Menschen Videocalls an ihrem Schreibtisch führen, selbst wenn Kolleg*innen in unmittelbarer Nähe sind. Doch nur 19 % geben an, dass dies auch ihre bevorzugte Option ist. Für die meisten ist es keine bewusste Entscheidung, sondern der einfachste – oder einzige – Weg: Besprechungsräume sind nicht verfügbar, Meetings liegen dicht hintereinander, und am Platz zu bleiben wirkt praktischer. Langfristig hat das jedoch seinen Preis: weniger gemeinsame Momente, in denen Beziehungen entstehen, eine schleichende Erosion von Kultur und Vertrauen, zunehmende Einsamkeit.

Wann Bildschirme helfen – und wann nicht

Bildschirme sind nicht das Problem. Schwierig wird es, wenn sie alles leisten sollen. Sie sind hervorragend, wenn es um den Austausch von Informationen und die Koordination über Distanzen geht. Beim Aufbau von Vertrauen, beim Mentoring und in kreativen Prozessen stoßen sie an Grenzen.

Gut funktionierende Büros bieten heute Wahlmöglichkeiten, bringen Technologie und menschliche Bedürfnisse in Balance und regen die Menschen an, sich im Laufe des Tages zu bewegen. Sie stellen Räume für Videocalls bereit, die nicht isolieren, hybride Meetingumgebungen, in denen Präsenz- und Remote-Teilnehmende gleichberechtigt eingebunden sind, Bereiche für ungestörte Konzentration sowie einladende Orte für spontane, persönliche Begegnungen. Technologie wird dabei nahtlos integriert – nicht als Barriere, sondern als Brücke zwischen Menschen.

Zurückgewinnen, was Bildschirme nicht leisten können

Arbeit wird weiterhin am Bildschirm stattfinden – daran ändert sich nichts. Ändern kann sich, wie Büros Menschen neben der Technologie unterstützen. Arbeitswelten, die sich erfolgreich anpassen, gewinnen das Büro für das zurück, was Bildschirme nicht leisten: Bewegung, Präsenz, persönliche Begegnung und gemeinsames Erleben.

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