Inclusive Design

Wie inklusives Design Parkinson-Versorgung + Gemeinschaft neu denkt

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Der prägende Moment für Baseball-Legende Kirk Gibson kam 1988: Verletzt und kaum in der Lage, sicheren Stand zu finden, betrat er im entscheidenden Spiel der World Series das Schlagmal und schlug einen Walk-off-Homerun – ein ikonisches Sinnbild für unbändigen Willen.

Jahre später sollte diese Entschlossenheit erneut auf die Probe gestellt werden – diesmal durch Parkinson, eine neurologische Erkrankung, die Bewegung, Gleichgewichtssinn, Sprache sowie Stimmung und kognitive Fähigkeiten beeinträchtigt. Alltägliche Aufgaben werden schwieriger, vertraute Umgebungen plötzlich überwältigend.

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„Menschen brauchen jeden Tag Unterstützung, um gegen die Auswirkungen anzukämpfen“, sagt Gibson. „Seit meiner Parkinson-Diagnose ist mir klar geworden, wie entscheidend Bewegung und körperliche Aktivität für meine Behandlung sind.“

Diese Überzeugung führte zur Gründung des Kirk Gibson Center for Parkinson’s Wellness in Farmington Hills, Michigan. Die einzigartige, gemeinschaftsorientierte Einrichtung bietet kostenlose, aktivitätsbasierte Programme und Lernangebote für Menschen mit Parkinson und ihre Begleitpersonen. Um diese Vision zu verwirklichen, arbeitete die Stiftung mit Steelcase und dessen inklusiver Designpraxis zusammen – nach einem klaren Prinzip: mit den Menschen gestalten, nicht für sie.

Von Beginn an hörte das Team den Menschen mit Parkinson zu. In einem Workshop brachten sie, ihre Begleitpersonen und Mitarbeitende des Zentrums ihre Erfahrungen ein. Diese gelebten Erfahrungen prägten jede Entscheidung – von der Raumaufteilung bis zur Möblierung –, um Anforderungen an Mobilität, sensorische Bedürfnisse und Komfort zu berücksichtigen.

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Der Gemeinschaftstisch im Kirk Gibson Center for Parkinson’s Wellness ist bewusst so gestaltet, dass Menschen in jeder Phase ihrer Erkrankung dort ihren Platz finden. Unterschiedliche Sitzmöbel unterstützen verschiedene Körpergrößen und Sitzhaltungen und bieten die richtige Balance aus Stabilität und Flexibilität – damit alle bequem, sicher und selbstbewusst teilnehmen können.

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Kirk Gibsons Sohn Cam Gibson, der das Zentrum mitleitet, beschreibt, dass Parkinson oft neue Ängste mit sich bringt. Viele befürchten, dass andere ihr Zittern, ihre Körperhaltung oder ihre Sprache bemerken. „Hier können die Menschen einfach sie selbst sein“, sagt Cam. „Einen Ort zu schaffen, an dem sie sich sicher genug fühlen, aus ihrem Kokon herauszutreten, bedeutet alles.

Steve Annear, CEO und Managing Director der Kirk Gibson Foundation und selbst amputiert, begegnete dem Prozess skeptisch. „Ich war nicht überzeugt, dass wir diesen Workshop zum inklusiven Design wirklich brauchen“, sagt Annear. „Doch er hat alles verändert.“

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Der Raum ist barrierefrei, übersichtlich und bietet zugleich akustische und visuelle Abgrenzungen. Diese fördern Konzentration und Komfort, ohne die Sicht vollständig zu versperren.

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Ich war nicht überzeugt, dass wir diesen Workshop zum inklusiven Design wirklich brauchen. Doch er hat alles verändert.

Steve AnnearCEO und Managing Director der Kirk Gibson Foundation

„Es muss ein interaktiver Raum sein. Er muss sich an die Menschen anpassen können, die ihn nutzen“, ergänzt Cam Gibson. Teammitglieder mit Parkinson testeten Möbel und Raumaufteilungen früh im Prozess – um sicherzugehen, dass die Lösungen im Alltag helfen.

Brenda Lanker leitet die Gemeinschaftsarbeit und lebt selbst mit Parkinson. Für sie sind inklusive Sitzmöbel von größter Bedeutung.

„Parkinson wirkt sich auf jeden Menschen anders aus, aber in unserem Zentrum ist genau dieses Spektrum unsere Stärke. So wie es für alle eine passende Aktivität gibt, gibt es – im wahrsten Sinne des Wortes – für alle einen Platz.“

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Dieser Bereich bringt Menschen zusammen – mit Möbeln, die bei Bedarf stabil bleiben und sich bei wechselnden Aktivitäten leicht neu anordnen lassen. So entsteht Raum für Begegnung, zum Auftanken oder einfach für eine Pause.

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Das daraus entstandene Konzept des Kirk Gibson Center for Parkinson’s Wellness beruht auf vier einfachen Ideen, die den Raum für Menschen in jeder Phase ihrer Erkrankung tragfähig machen.

1. Ein verlässliches Umfeld

Deutliche Orientierungspunkte, barrierefreie Angebote und freie Wege machen das Zentrum intuitiv erschließbar und verringern die kognitive Belastung.

2. Unterstützung in jeder Phase der Erkrankung

Stabile Sitzmöbel, Armlehnen, höhere Sitzoptionen und verstellbare Elemente unterstützen unterschiedliche körperliche Bedürfnisse – und lassen sich neu konfigurieren, wenn die Aktivitäten wechseln.

3. Wohlbefinden durch Materialien

Weiche Texturen, neutrale Farben, biophile Elemente und schallabsorbierende Materialien schaffen eine beruhigende Umgebung und unterstützen den sensorischen Komfort.

4. Mikro-Umgebungen für Begegnung und Rückzug

Kleinere Bereiche bieten Raum zum Zusammenkommen, Ausruhen oder für ruhigere Momente.

Einen Ort schaffen, an dem die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht

Die emotionale Wirkung wiegt genauso schwer wie die räumlichen Anpassungen. Bei einem Mann wurde vor fünf Jahren Parkinson diagnostiziert – er hatte es für sich behalten und wollte nicht, dass jemand seine Symptome sieht. „Aber nachdem er hierhergekommen ist, hat sich seine Sichtweise völlig gedreht“, sagt Cam. „An einen Ort zu kommen, an dem eine ganze Gemeinschaft dasselbe durchmacht, hat für ihn den entscheidenden Unterschied gemacht.“

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Der gesamte Bereich ist mit stabilen, stützenden Sitzmöbeln ausgestattet: Feste Sitzflächen, robuste Armlehnen, Gleiter und leicht drehbare Optionen machen das Hinsetzen und Aufstehen bequem und sicher. Diese erhöhten Stühle (hier abgebildet) sind Kirk Gibsons Favoriten im Zentrum.

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„Inklusives Design beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Gruppe – es ist eine Denkweise, die für jeden Arbeitsplatz gilt“, sagt Kamara Sudberry, Inclusive Design Lead bei Steelcase. „Die Erkenntnisse aus unserer Zusammenarbeit mit der Kirk Gibson Foundation helfen uns sicherzustellen, dass Design für Menschen aller Generationen, Fähigkeiten und Neurodivergenzen eine Hilfe ist und kein Hindernis.“

Steelcase und seine Forschungsteams arbeiten weiterhin mit dem Kirk Gibson Center zusammen: Sie beobachten, wie Menschen den Raum nutzen, und passen ihn im Lauf der Zeit an – damit die Umgebung mit den Bedürfnissen der Parkinson-Community mitwächst.

Entstanden ist ein Raum, gestaltet von den Menschen, die ihn nutzen – ein Raum, der ihre Resilienz würdigt und den Geist von Kirk Gibson widerspiegelt: einem Champion, der heute andere dabei unterstützt, eigenen Mut und Entschlossenheit im Umgang mit Parkinson zu finden.

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Auf einen Blick

Kirk Gibson Center for Parkinson’s Wellness

Standort

  • Farmington Hills, Michigan

Branche

  • Gesundheitswesen

Größe

  • ca. 3.700 m² (40.000 sq ft)

Ziel der Gestaltung

  • Einen barrierefreien, gemeinschaftsorientierten Treffpunkt für Menschen mit Parkinson und ihre Begleitpersonen schaffen
  • Unterschiedliche aktivitätsbasierte Programme unterstützen

Zentrale Merkmale

  • Inklusives Design
  • Drehbare Sitzmöbel zur Reduzierung von Rumpfbeugung
  • Stabile, belastbare Armlehnen für selbstständiges Hinsetzen und Aufstehen
  • Mehrere Sitzhöhen zur Unterstützung unterschiedlicher Mobilitätsbedürfnisse

Projektpartner

  • Design: Gensler
  • Händler: NBS Interiors
  • Steelcase Workplace Innovation Design Studio

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