Bildung

Drei Konzepte für bessere hybride Lernbereiche

Die Diskrepanz zwischen Lernen in der Bildungseinrichtung und Distanzunterricht schließen

Es war alles andere als einfach. Aber der Lehrbetrieb hat in gewissem Maß auch von COVID-19 profitiert. Die Pandemie hat nämlich dazu geführt, dass Vorbehalte und Widerstände gegen hybride, HyFlex- und Blended-Learning-Modelle überwunden wurden und dass das Lernen in allen Arten von Einrichtungen und auf allen Ebenen – vom Kindergarten bis hin zum Unternehmen – so gut funktioniert wie nie zuvor.

„Wir alle standen in den letzten zwei Jahren vor enormen Herausforderungen, was die virtuelle Kommunikation sowie die Zusammenarbeit und das Lernen auf Distanz angeht. Gleichzeitig ist für uns die Kommunikation per Video inzwischen völlig selbstverständlich, denn während der Pandemie sind wir hauptsächlich so in Kontakt geblieben“, erläutert Tim Elms, Director von Steelcase Learning.

„Wenn wir wieder vor Ort in den Bildungseinrichtungen zusammenkommen, können wir auf den neu erlernten Fähigkeiten aufbauen. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass wir mehr denn je das Bedürfnis nach persönlichen, menschlichen Interaktionen haben. Der Unterschied ist jedoch, dass wir in unsere Gespräche jetzt auch Ansprechpartner einbeziehen, die sich von außen zuschalten. Dies empfinden wir inzwischen als ganz selbstverständlich. Es ist ein Mittel, um Menschen einzubeziehen und sie aktiv teilnehmen und mitarbeiten zu lassen. Und es ist ein neues Modell des Lernens und der Zusammenarbeit, das nicht mehr wegzudenken ist.“

„Hybride Begegnungen gehören inzwischen dazu und genau darin besteht die Herausforderung“, gesteht Elms ein. „Es ist offensichtlich, dass es keine Pauschallösungen gibt. Wir haben uns mit den Herausforderungen beschäftigt und unseren Partnern aus dem Bildungs- und Technologiebereich zugehört und dabei Einblicke über die großen Veränderungen gewonnen, die derzeit stattfinden. Wir konnten alles, was wir gelernt haben, in Ideen umsetzen und inspirierende Räume schaffen, von denen alle Lernenden profitieren, egal, auf welcher Seite des Bildschirms sie sich befinden.“

Der Begriff „Hybrides Lernen“ ist heute weit verbreitet und beschreibt die Mischung aus Unterricht im Klassenzimmer und Lernen von zu Hause oder anderswo aus. Direkter Unterricht findet inzwischen wieder häufiger statt, aber viele Bildungseinrichtungen haben Schwierigkeiten, das richtige hybride Modell für sich zu definieren.

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Sich den Herausforderungen stellen

Die hybride Kommunikation stellt im Bildungsbereich einen gewaltigen Umbruch dar, der weitreichende Auswirkungen mit sich bringt. Diese sollten nicht ignoriert werden.

Um effektive hybride Lernumgebungen zu schaffen, ist eine Anpassung der technischen Rahmenbedingungen erforderlich, die weit darüber hinausgeht, sich um Hardware, Anschlüsse und Kabel zu kümmern. Dennoch kann Technologie allein – so fortschrittlich sie auch sein mag – die Herausforderungen, die hybride Begegnungen mit sich bringen, nicht vollständig lösen. Die Technologie trägt manchmal sogar nicht zur Lösung der Probleme bei, sondern kann der effektiven hybriden Zusammenarbeit selbst im Weg stehen. Bildschirme können ihren eigenen „Schwerpunkt“ entwickeln und dadurch die Distanz der Lernenden zueinander erhöhen. Beim virtuellen Lernen kann man sich einsam und isoliert fühlen. Und Videoübertragungen an große Gruppen können dazu führen, dass sich die Lernenden etwas ‚verloren‘ fühlen.

Damit hybrides Lernen wirklich erfolgreich ist, müssen das virtuelle Lernen und das direkte Lernen in der Bildungseinrichtung den gleichen Stellenwert haben. Damit dies geschehen kann, müssen die Bildungseinrichtungen einen Schritt weiter gehen und mehr tun.

Um die von uns allen gewünschten intensiveren und vielfältigeren Lernerfahrungen zu erzielen, müssen die Lernräume mit benutzerfreundlicher und effektiver Technologie ausgestattet sein. Sie sollten Lernaktivitäten sowohl für die Teilnehmer*innen im Unterrichtsraum als auch für zugeschaltete Teilnehmer*innen gleichermaßen unterstützen. Und jede Person, egal, wo sie sich befindet, sollte gut hörbar und sichtbar sein.

Eine weitere wichtige Entwicklung: Studierende bringen die Funktionen von Telekonferenzen in Lernbereiche ein. So nutzen Lernende, die selbst vor Ort im Unterrichtsraum anwesend sind, dennoch gerne Chat-Funktionen und tauschen Inhalte digital aus. Für diesen verstärkten Einsatz von Technologie müssen eine gute Energieversorgung, große Displays und einfache Möglichkeiten zur gemeinsamen Nutzung von Inhalten gegeben sein.

Leider sind die meisten Lernräume nicht für eine derartige Nutzung geeignet. Da die Online-Aktivitäten den Zeit- und Raumbedarf für virtuelle Interaktionen in den Klassenzimmern erhöhen, werden auch die benachbarten Räume – z. B. Labore, Bibliotheken und Aufenthaltsräume – auf neue Art und Weise genutzt.

„Licht, Kamera, Ton, Inhalt!“

„Wenn eine Person virtuell an einem Kurs teilnimmt, ist das Unterrichtserlebnis in der Regel sehr eingeschränkt“, erklärt Elms. „Sie fragt sich, ob man sie hören und sehen kann, ob sie der Interaktion im Raum folgen kann. Dies sind reale Barrieren, die zwischen Lernenden vor Ort und virtuellen Lernenden bestehen. Die Auswirkungen auf das Lernen sind tiefgreifend.“

Um dieses Problem zu lösen, müssen Planer und Designer jetzt mehr wie Filmregisseure denken, sagt Elms, und Faktoren wie Beleuchtung, Kamerastandorte, die Audiokulisse und die Art und Weise, wie Inhalte im Raum geteilt werden können, berücksichtigen.

Drei Schlüsselprinzipien

Von Steelcase durchgeführte Studien zeigen, dass die nachfolgenden Schlüsselprinzipien dazu beitragen, Räume zu gestalten, die eine bessere hybride Erfahrung ermöglichen:

Inklusion

Überwinden Sie die Barrieren, die zwischen den virtuellen Lernenden/Teilnehmer*innen und den im Unterrichtsraum Anwesenden bestehen. Stellen Sie sicher, dass jeder gesehen und gehört wird, Inhalte teilen kann und die gleichen Möglichkeiten hat, seine Gedanken und Ideen einzubringen.

Beachten Sie dabei Folgendes:

  • Stellen Sie flexible Möbel und mobile Bildschirme zur Verfügung, damit sich die Personen im Raum frei bewegen können und die Monitore, auf denen die zugeschalteten Teilnehmer zu sehen sind, nicht immer den Mittelpunkt des Raums bilden.
  • Unterstützen Sie die Verwendung gemeinsam genutzter und privater Geräte, die virtuellen Teammitgliedern dabei helfen, Personen zu identifizieren und Gesichtsausdrücke zu interpretieren.
  • Die Beleuchtung sollte so angepasst werden, dass die zugeschalteten Teilnehmer selbstbewusst aussehen und auftreten können.
  • Achten Sie auf alles, was die Akustik beeinflusst: die Größe des Raums, Elemente zur Abgrenzung, die Bausubstanz und die Position der Mikrofone und Lautsprecher. Jeder im Raum und darüber hinaus sollte gut hören können und gehört werden.

Engagement

Ermöglichen Sie Erlebnisse in verschiedenen Umgebungen. Diese sollten einladend und komfortabel sein und die Zusammenarbeit erleichtern.

Beachten Sie dabei Folgendes:

  • Planen Sie das Layout so, dass es optimale Sichtlinien zu Personen (zugeschalteten Teilnehmern und Teilnehmern vor Ort) und Inhalten (digital und analog) bietet, um eine gleichberechtigte Teilnahme zu gewährleisten.
  • Ziehen Sie die Nutzung von Software und integrierten Technologiesystemen in Betracht, die es ermöglichen, Personen und Inhalte getrennt darzustellen, um den zugeschalteten Teilnehmern ein gleichberechtigtes Erlebnis zu bieten.
  • Berücksichtigen Sie den Kamerawinkel (90–120 Grad), um sicherzustellen, dass Personen und Inhalte auch von zugeschalteten Teilnehmern gesehen werden können.
  • Bieten Sie Hilfsmittel wie Whiteboard-Kameras oder digitale Tafeln, die einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen ermöglichen und verschiedene Formen der Zusammenarbeit unterstützen.

Einfache Nutzbarkeit

Bieten Sie eine Vielzahl an intuitiven, leicht nutzbaren virtuellen und physischen Erlebnissen.

Beachten Sie dabei Folgendes:

  • Die Übergänge zwischen verschiedenen Interfaces und Displays sollten möglichst einfach und nahtlos sein.
  • Entscheiden Sie sich für Möbel, die beweglich sind und Übergänge sowie klare Sichtlinien zu Personen und Inhalten für zugeschaltete Teilnehmer und Teilnehmer vor Ort ermöglichen.
  • Berücksichtigen Sie beim Design verschiedene technologische Optionen, die unterschiedliche Geräte und Softwareplattformen unterstützen.​

Optimale Unterrichtsräume

Steelcase hat seine umfassende Erfahrung bei der Konzeption von Arbeits- und Lernbereichen sowie die entsprechenden Studienergebnissen genutzt, um vier Ideen für Lernbereiche zu entwickeln, die die Technologie erfolgreich in den physischen Raum integrieren und hybrides Lehren und Lernen vollständig zu unterstützen.

PLUG AND PLAY +
Der Unterrichtsraum mit Plug and Play + bietet den Lernenden eine Vielzahl an Aktivitätszonen. Sie entscheiden selbst, welcher Ort für sie zum Lernen am besten geeignet ist – egal, ob allein, zu zweit, in Teams oder in der Gruppe mit virtuellen Teilnehmern. Die Ausstattung ist vielseitig und mobil und kann an verschiedene Lernmodi angepasst werden. Gleichzeitig bleiben die virtuell zugeschalteten Teilnehmer für alle immer sichtbar.
ZOOM RAUM
Im Zoom Raum kann beim Lernen nahtlos zwischen verschiedenen Aktivitäten hin und her gewechselt werden. In dem kleinen Raum findet etwa ein Dutzend Personen Platz. Er ist auf größtmögliche Konnektivität ausgerichtet, damit auch ein großes virtuelles Publikum erreicht werden kann.
DIGITALES LERN-LABOR
Im digitalen Lern-Labor arbeiten die Lernenden in kleinen Gruppen zusammen – sei es in Form von persönlicher oder synchroner und virtueller Zusammenarbeit. Beim Lernen kann nahtlos zwischen Lehrmodus und Projektarbeit gewechselt werden. Das Ziel ist es, das Engagement der Studierenden in kleinen Teams zu stärken, dadurch, dass die Konzentration gefördert wird.
LERNSTUDIO
Im Lernstudio liegt der Schwerpunkt auf interaktivem und kooperativem Lernen. Der Unterricht findet in Gruppen und durch wechselseitiges Anleiten statt. Die technische Ausstattung trägt dazu bei, das Ungleichgewicht der Präsenz zu mildern und die virtuelle Erfahrung zu verbessern. Dadurch, dass vier verschiedene Kameraperspektiven im Raum möglich sind, werden die zugeschalteten Teilnehmer in jeden Lernmodus einbezogen, sodass sie nichts verpassen.

Learn Better – Es ist Zeit für eine bessere Lernumgebung und -atmosphäre.

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