Lernen

Studienerfolg + Nachhaltigkeit: Ein Blick in das George Brown Polytechnic

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Für das George Brown Polytechnic verkörpert Limberlost Place eine ebenso ambitionierte wie pragmatische Vision: eines der nachhaltigsten Hochschulgebäude Kanadas zu schaffen und zugleich die Art und Weise zu verbessern, wie Studierende lernen, zusammenkommen und letztendlich erfolgreich sind. Limberlost Place ist das Gebäude für die Architektur-Studierenden – und fungiert damit zugleich als Lernort und lebendiges Beispiel für nachhaltiges Bauen.

An der Waterfront von Toronto vereint das zehngeschossige Massivholzgebäude Lernräume, Angebote für Studierende sowie für die Öffentlichkeit auf kompakter Fläche – gestaltet rund um die Frage, wie Studierende tatsächlich lernen und ihre Zeit auf dem Campus verbringen. Für das George Brown Polytechnic ging es bei dem Projekt nicht einfach darum, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen – sondern darum, bessere Ergebnisse zu ermöglichen.

„Wir wollten ein Gebäude, das die gesamte Studienerfahrung unterstützt – nicht nur das, was während der Unterrichtszeit passiert“, sagt Nerys Rau, Executive Director, Facilities and Sustainability am George Brown und Projektleiterin von Limberlost Place. „Lernen ist heute kollaborativ, sozial und findet überall statt. Der Raum musste das widerspiegeln.“

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Das zehngeschossige Gebäude aus Massivholz vereint Lernräume sowie Angebote für Studierende und die Öffentlichkeit – gestaltet rund um die tatsächlichen Lern- und Aufenthaltsgewohnheiten auf dem Campus.

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Gestaltet für besseres Lernen

Statt das Gebäude um Flure und isolierte Unterrichtsräume herum zu organisieren, ist Limberlost darauf ausgelegt, unterschiedliche Lernmodi im Tagesverlauf zu unterstützen. Die Unterrichtsräume sind als aktive Lernumgebungen konzipiert, die es Lehrenden und Studierenden ermöglichen, mühelos zwischen Vorlesung, Diskussion und Gruppenarbeit zu wechseln.

Unterrichtsräume, Studios und Labore liegen entlang der Fassade, um möglichst viel Tageslicht zu nutzen, während informelle Bereiche für Austausch und Lernen direkt davor angeordnet sind. Auf jeder Etage finden Studierende einen Mix an Settings: offene Bereiche für Zusammenarbeit, geschlossene Sitznischen und ruhige Lernbereiche. Ziel war es, unterschiedliche Haltungen, Persönlichkeiten und Lernvorlieben zu unterstützen.

„Wir haben sehr eng mit unseren Partnern Moriyama Teshima Architects, Steelcase und dem lokalen Händler POI Business Interiors zusammengearbeitet, um Möbellösungen mit pädagogischen Zielen abzustimmen und dabei Flexibilität zu gewährleisten, ohne bei Langlebigkeit oder Komfort Abstriche zu machen“, erläutert Rau. Flexibilität war entscheidend, damit sich die Räume mit Lehrplänen und neuen Lehrmethoden weiterentwickeln können. Mobile Tische und Sitzmöbel, analoge und digitale Displays sowie integrierte Technik ermöglichen eine schnelle Anpassung der Räume an unterschiedliche Lehrformate – sogar innerhalb einer einzigen Unterrichtseinheit.

Kayley Mullings, Senior Interior Designer bei Moriyama Teshima Architects und Dozentin am George Brown, betont die Bedeutung von Wahlmöglichkeiten für Studierende: „Die Vielfalt an Sitzmöglichkeiten und Haltungen gibt ihnen mehr Entscheidungsfreiheit. Einige sitzen lieber vorne in Loungemöbeln, andere fühlen sich weiter hinten wohler. Der Raum passt sich ihnen allen an.“

Sie beobachtet auch verändertes Verhalten: „Viele Studierende zieht es eher in die kompakteren Lounge-Bereiche als zu klassischen Tisch-Stuhl-Settings. Besonders beliebt sind die Booths. Man sieht, wie sie sich dort niederlassen und länger bleiben – ein klares Zeichen dafür, dass die Räume funktionieren.“

Diese Bereitschaft, auf dem Campus zu bleiben – zwischen Veranstaltungen zu lernen, zusammenzuarbeiten oder einfach abzuschalten – steht in direktem Zusammenhang mit dem Studienerfolg, so Rau.
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Der Zugang zu einer Vielzahl von Räumen außerhalb der Klassenzimmer gibt den Studierenden die Freiheit zu wählen, wie sie lernen, und sorgt dafür, dass sie länger auf dem Campus bleiben. Diese Bereitschaft zu bleiben steht laut Nerys Rau in direktem Zusammenhang mit ihrem Studienerfolg.

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Wenn sich Studierende einem Ort zugehörig fühlen, nutzen sie ihn mehr. Und je mehr sie ihn nutzen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für bessere akademische Ergebnisse.

Nerys RauExecutive Director, Facilities + Sustainability, George Brown Polytechnic

Ein Gebäude im Zeichen der Nachhaltigkeit

Ebenso zentral für das Projekt ist seine Umweltperformance. Limberlost Place wurde als klimaneutrales Gebäude konzipiert und ist überwiegend aus Massivholz errichtet – einem nachwachsenden Rohstoff, der im Vergleich zu Stahl oder Beton deutlich geringere graue Emissionen verursacht.

Für das George Brown war Nachhaltigkeit sowohl eine betriebliche Priorität als auch ein pädagogisches Statement. „Wir wollten, dass das Gebäude selbst unser Engagement für den Klimaschutz sichtbar macht“, sagt Rau. „Studierende können den Unterschied sehen und erleben. Es wird Teil ihres Lernumfelds.“

Die Nachhaltigkeitsstrategie geht weit über die Konstruktion hinaus. Materialien, Möbel und Oberflächen wurden ganzheitlich über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg bewertet – von der Herkunft über die Haltbarkeit bis zur Wiederverwendbarkeit. Architektur und Einrichtung wurden als eng miteinander verbunden betrachtet. Im Fokus standen langlebige und zerlegbare Produkte mit hoher Materialtransparenz, die den Anspruch an geringe CO₂-Emissionen des Gebäudes unterstützen.

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Limberlost Place ist als klimaneutrales Gebäude konzipiert und besteht überwiegend aus Massivholz. Die Möbelauswahl – mit echtem Furnier, Wolle und weiteren natürlichen Materialien – unterstützt die Gesundheits- und Nachhaltigkeitsziele des Projekts.

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„Gerade in einem Holzgebäude war Materialauthentizität besonders wichtig“, erklärt Mullings. „Das bedeutete, auf echte Materialien und natürliche Fasern zu setzen und künstlich wirkende Oberflächen zu vermeiden. In einem Gebäude aus echtem Holz wollten wir keine Holzimitationen einsetzen. Echtes Furnier, Wolle und andere natürliche Materialien stärken die Gesundheits- und Nachhaltigkeitsziele des Projekts.“

Auch die Gebäudetechnik ist darauf ausgelegt: Etwa die Hälfte des Jahres arbeitet Limberlost im Modus natürlicher Belüftung, sodass Fenster geöffnet und technische Systeme reduziert werden können. Erste Rückmeldungen zeigen einen spürbaren Effekt auf das Wohlbefinden. „Die Luft ist deutlich frischer“, sagt Rau. „Viele empfinden die Umgebung als sehr angenehm und beruhigend.“

Flexibilität als langfristige Strategie

Nachhaltigkeit prägt auch die langfristige Nutzung. Anpassungsfähige Unterrichtsräume, bewegliche Möblierung und multifunktionale Flächen reduzieren den Bedarf an zukünftigen Umbauten – und damit Kosten und Umweltbelastung.

„Langlebigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil von Nachhaltigkeit“, so Rau. „Wenn sich ein Raum verändern lässt, statt abgerissen und neu gebaut zu werden, ist das ein großer ökologischer Vorteil.“ Dieses Konzept stellt sicher, dass das Gebäude auf Veränderungen bei Studierendenzahlen, Lehrmethoden oder Technologien reagieren kann, ohne grundlegende bauliche Eingriffe zu erfordern.

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Mobile Tische und Stühle ermöglichen es, Unterrichtsräume schnell vom Frontalunterricht in praxisorientierte Gruppenarbeit oder Diskussionen umzuwandeln.

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Eine integrierte Vision

Was Limberlost Place besonders auszeichnet, ist die Verbindung seiner beiden Kernziele. Dieselben Gestaltungsentscheidungen, die Emissionen reduzieren – natürliche Materialien, Tageslicht, flexible Raumplanung –, schaffen gleichzeitig gesündere und ansprechendere Lernumgebungen.

„Es geht nicht um Nachhaltigkeit um ihrer selbst willen“, sagt Rau. „Es geht darum, einen Ort zu schaffen, an dem Studierende ihr Bestes geben können.“

Erste Rückmeldungen bestätigen diesen Ansatz: Studierende nutzen das Gebäude den ganzen Tag über und beleben Kollaborationsbereiche, Rückzugsorte und soziale Zonen genau so, wie es ursprünglich vorgesehen war.

Für Mullings ist diese gelebte Erfahrung der wahre Maßstab: „Wenn man sieht, dass Studierende bleiben, lernen und sich austauschen – dann weiß man, dass das Design funktioniert.“
Für Architektur-Studierende ist Limberlost zugleich Lernumgebung und reales Beispiel nachhaltiger Baupraxis. Das Gebäude wurde bereits mehrfach international ausgezeichnet, doch der wichtigste Erfolgsindikator bleibt die tägliche Nutzung. „Studierende wollen sehen, dass ihre Institution Nachhaltigkeit ernst nimmt“, sagt Rau. „Dieses Gebäude macht dieses Engagement konkret erlebbar.“

 

Auf einen Blick: George Brown Polytechnic

Branche: Bildungswesen

Standort: Toronto, Ontario

Fläche: 20.903 m²

Ziel der Gestaltung

  • Net-Zero-Bauweise und Design mit geringen grauen Emissionen vorantreiben
  • Engagement und Studienerfolg steigern
  • Flexible, zukunftsfähige Lernumgebungen schaffen
  • Ein „Living Lab“ für Architektur-Studierende etablieren

Zentrale Merkmale

  • Erstes Gebäude in Toronto, das den Toronto Green Standard Version 3, Tier 4 erfüllt – die höchste freiwillige Umweltstufe für Neubauten.
  • 95 % der Produkte sind BIFMA-LEVEL®-zertifiziert.
  • 89 % erreichen die höchste Stufe Level 3.
  • 97 % der Produkte sind SCS Indoor Air Quality zertifiziert oder gleichwertig.

Projektpartner

  • Architektur: Moriyama Teshima Architects mit Acton Ostry Architects
  • Fachhandelspartner: POI Business Interiors

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