Bildung

COVID-19 treibt Blended Learning voran

Die momentane Gesundheitskrise bringt die Vorteile von Blended Learning zutage.

Dieser Artikel ist Teil unsere Serie zum Thema: „Die nächsten Schritte planen: Lern- und Schulungsräume nach Covid-19“.

Bildungseinrichtungen waren in den letzten Monaten radikalen Veränderungen unterworfen. Lehrende und Lernende mussten sich innerhalb kürzester Zeit auf Fernunterricht und die dazugehörige Technologie einstellen. Dadurch zeigte sich, dass Blended Learning viel Flexibilität und vielversprechende Möglichkeiten bietet, die für die Zukunft der Bildung wichtig sind. Vor der Pandemie war Blended Learning eine frei wählbare Alternative zum klassischen Unterricht. Jetzt ist es eine Notwendigkeit.

ERKENNTNISSE – VOR UND NACH COVID-19

Blended Learning kombiniert die Vorteile des persönlichen Lernens mit den positiven Aspekten des technologieunterstützten Lernens. Vor und während der Pandemie haben Forschungsteams von Steelcase verschiedene Methoden angewandt, um den Nutzen von Blended Learning im Bildungsbereich zu untersuchen und herauszufinden, welche Rolle der Raum bei dieser Lernform spielt. Vor Beginn der Pandemie besuchten unsere Forschungsteams Schulen und Universitäten, führten Interviews mit Lehrenden und Lernenden, beobachteten die Durchführung von Blended Learning-Modellen und entwickelten Prototypen. Seit Beginn der Pandemie greifen sie auf eine Tagebuch-Plattform zurück, um herauszufinden, was Dozenten und Studenten vom Onlineunterricht halten.

Es zeigt sich, dass die Studenten den Campus vermissen. Die Räume der Bildungseinrichtungen sind mehr als nur Orte zum Lernen. Ein Student formulierte es folgendermaßen: „Beim Campus geht es um so viel mehr als nur Lernen: Um den Nebenjob, die Freunde, um Events auf dem Campus, darum, andere zu treffen, Neues auszuprobieren und gemeinsam zu lernen.“ Ein anderer sagte: „Mir wären hybride Formate am liebsten… Online-Interaktionen können reale Interaktionen nicht ersetzen.”

Verstärkung von Trends

Covid-19 hat Trends, die sich im Bildungsbereich bereits abgezeichnet hatten, noch zusätzlich verstärkt und beschleunigt.

DEEPER LEARNING

Blended Learning ermöglicht Bildungseinrichtungen, beim Unterrichten neue Wege zu gehen und das Bildungsangebot durch Deep Learning-Erlebnisse zu transformieren. Viele Lehrer und Dozenten beziehen sich hierbei auf die Lehren des Konstruktivismus, denen zufolge die Lernenden das Wissen selbst entdecken und konstruieren können. Aktives, soziales, experimentelles, projektbasiertes Lernen und die Zusammenarbeit in Teams sind einige Beispiele hierfür.

PERSONALISIERTES LERNEN

Die traditionelle Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden verändert sich. Sie ähnelt eher einer Zusammenarbeit und wird vom Lernenden angeleitet. Personalisiertes Lernen ist stark auf die Studierenden ausgerichtet, formt den Charakter, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und bedeutet, dass Ressourcen wie Zeit, Raum und Technologie neue Bedeutung gewinnen. Durch die Nutzung von Technologie zur Unterstützung neuer Lernformen können die Lernenden selbst wählen, wo und wie sie ihre Lernziele erreichen möchten.

STÄRKERER FOKUS AUFS WOHLBEFINDEN

Wohlbefinden bezieht sich nicht nur auf körperliche Aspekte, sondern auch auf psychologische, emotionale und gemeinschaftliche Faktoren. Das Wohlbefinden der Lehrenden und Lernenden steht in Beziehung miteinander und hängt direkt vom Lernerlebnis, Engagement und den erzielten Leistungen ab. Zusätzlich ist ein ganzheitlicher Ansatz beim Thema Wohlbefinden gefragt durch den verstärkten Einsatz von digitalen Screens.

NEUE ERWARTUNGEN SCHAFFEN

Große Veränderungen in der Arbeitswelt (und darüber hinaus) führen dazu, dass Unternehmen Angestellte benötigen, die gut im Team arbeiten und in einem überaus agilen Umfeld zurechtkommen. Jetzt ist ein noch größeres Spektrum an Fähigkeiten und Kenntnissen gefragt - von technischen über gute persönliche Skills bis hin zu zwischenmenschlichen Fähigkeiten wie Kommunikationsfähigkeit, Resilienz, Zusammenarbeit und sozio-emotionale Fähigkeiten. Digitales Lernen bietet neue Möglichkeiten zum Erwerb dieser Fähigkeiten.

VON DER DIGITALEN TRANSFORMATION PROFITIEREN

Der digitale Wandel ändert die Art und Weise, wie wir lernen. Raum und Zeit haben jetzt eine andere Bedeutung. Neue Technologieformen werden immer günstiger, was einen deutlichen Anstieg bei der Nutzung von mobilen Endgeräten, Apps und Technologie für die virtuelle und erweiterte Realität im Lernbereich zur Folge hat. Technologie, die Verhaltensmuster der Lernenden erkennt, trägt zur Optimierung von e-Mentoring-Lösungen bei. Außerdem werden Experimente durchgeführt, um das Engagement der Lernenden im Klassenverband über Audio- und Bewegungssensoren sowie visuelle Sensoren zu messen.

Blended Learning hat das Potential, diese Trends zu nutzen, die Grundpfeiler klassischer Bildungssysteme zu verändern und das Konzept von Ort, Zeit und Gruppenzusammensetzung zu verändern. Durch die Integration von neuen Formen des Online-Unterrichts, Lernmanagementsystemen und neuen, verbesserten Möglichkeiten für Endgeräte kann Blended Learning zu dynamischeren, lohnenderen Lernerlebnissen führen.

Online-Aktivitäten wirken sich zunehmend auf das Design unserer Offline-Räume aus. Um mehr darüber zu erfahren, wie die Räume der Bildungseinrichtungen Blended Learning unterstützen, werfen Sie einen Blick auf unsere ‚Denkanstöße‘.

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Lernen Sie unsere wichtigsten Erkenntnisse und Designprinzipien für Blended Learning kennen.

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