{"id":5203,"date":"2015-09-22T11:18:25","date_gmt":"2015-09-22T09:18:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steelcase.com\/eu-de\/?post_type=article&#038;p=5203"},"modified":"2023-02-09T16:15:48","modified_gmt":"2023-02-09T15:15:48","slug":"think-better","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steelcase.com\/eu-de\/forschung\/artikel\/themen\/wohlbefinden\/think-better\/","title":{"rendered":"Think Better"},"content":{"rendered":"<p>Ganz gleich, wie sehr Sie dieser Artikel auch interessiert \u2013 Sie werden ihn jetzt wahrscheinlich nicht bis zum Ende lesen, vor allem dann nicht, wenn Sie gerade im B\u00fcro sind.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich wird n\u00e4mlich ein anderer Text viel wichtiger sein, oder Sie sehen, dass neue E-Mails eingegangen sind. Es k\u00f6nnte aber auch sein, dass Sie einen Kollegen an einem der Nachbarschreibtische Ihren Namen sagen h\u00f6ren, sodass Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken, worum es dabei wohl gehen k\u00f6nnte. Danach sind Sie in Gedanken wieder bei den E-Mails \u2013 jedenfalls solange, bis Sie Ihren Chef sehen, der Sie vermutlich gleich nach den neuen Ideen fragen wird, die Sie seit einer Woche abliefern sollen. Also gehen Sie ins Internet, um weitere Informationen zu sammeln. Weil Sie keine Mittagspause hatten, sich nicht konzentrieren k\u00f6nnen und sich \u00fcber den Berg Arbeit \u00e4rgern, der noch vor Ihnen liegt, aber auch weil Sie gerade ohnehin online sind, sehen Sie bei Facebook nach und bemerken zuf\u00e4llig, dass Ihre beste Schulfreundin heute Geburtstag hat. Am Ende lesen Sie alle 73 Gl\u00fcckw\u00fcnsche, die sie bislang erhalten hat, und entscheiden sich, dass Sie ihr nicht schreiben, sondern sie doch lieber kurz anrufen \u2013 w\u00e4hrend Sie nebenbei noch immer Ihre E-Mails checken. Nachdem Ihnen schlie\u00dflich siedend hei\u00df eingefallen ist, dass Sie in ein paar Minuten zu Ihrer f\u00fcr heute dritten Besprechung m\u00fcssen, f\u00fchlen Sie sich so gestresst wie kaum je zuvor, sodass Sie dringend einen gro\u00dfen schwarzen Kaffee und einen extra Espresso brauchen, um w\u00e4hrend der Besprechung weiter an Ihren Ideen zu arbeiten.<\/p>\n<h3>\u00a0ZU VIEL INFORMATION<\/h3>\n<p>Szenarien nahezu permanenter Ablenkung am Arbeitsplatz sind f\u00fcr die meisten Menschen kein Ausnahmezustand, sondern Normalit\u00e4t. Es ist nicht zu \u00fcbersehen, dass die F\u00fclle von Informationen zu deutlichen Aufmerksamkeitsdefiziten f\u00fchrt, und dass die meisten B\u00fcromitarbeiter solche geistigen Belastungen jeden Tag erleben. Im gleichen Ma\u00dfe wie wir in Informationen ertrinken, wird von uns erwartet, dass wir diese schneller verarbeiten \u2013 um neue Erkenntnisse zu gewinnen, Bewertungen vorzunehmen, Entscheidungen zu treffen oder zumindest, um rasch das weitere Vorgehen festzulegen. Im Wissen um einen akuten Handlungsbedarf und mit einem Verstand so chaotisch wie ein Schrottplatz, bem\u00fchen wir uns einen Weg zu finden, mit dem wir irgendwie zurechtkommen<\/p>\n<blockquote class=\"pull-quote pull-quote-center \"><p>Es ist nicht zu \u00fcbersehen, dass die F\u00fclle von Informationen zu Aufmerksamkeitsdefiziten f\u00fchrt, und dass die meisten B\u00fcromitarbeiter solche geistigen Gefechte jeden Tag erleben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Zugleich sehnen wir uns danach, im Job effektiver zu sein und reden uns immer wieder ein, dass wir noch konzentrierter, noch h\u00e4rter arbeiten m\u00fcssen. Doch egal, wie sehr wir dies auch versuchen \u2013 unser Gehirn funktioniert anders. Wir verf\u00fcgen zwar \u00fcber ausgepr\u00e4gte kognitive F\u00e4higkeiten, die uns von anderen S\u00e4ugetieren unterscheiden, doch Teil unserer evolution\u00e4ren Geschichte und wesentlich f\u00fcr unser \u00dcberleben ist es eben auch, stets genau dar\u00fcber Bescheid wissen zu wollen, was um uns herum passiert. Das bedeutet, dass uns die heutige Art zu arbeiten in eine paradoxe Situation bringt: Wir folgen dem nat\u00fcrlichen Drang, die Ablenkungen unseres Umfelds bewusst wahrzunehmen und trainieren unser Gehirn dazu, diese F\u00e4higkeit zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large\" src=\"https:\/\/images.steelcase.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1457706578\/www.steelcase.com\/2016\/03\/11\/15-0007943.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<div class=\"mceTemp\"><\/div>\n<p>Das Ph\u00e4nomen der schwindenden Aufmerksamkeit findet in Unternehmen immer weitere Verbreitung. Allerdings k\u00e4mpfen viele dagegen an, ohne zu wissen was Aufmerksamkeit eigentlich ist, wie sie z.B. funktioniert, wie man sie gewinnt und wie sie sich produktiv einsetzen l\u00e4sst. Zum Gl\u00fcck und gerade zur richtigen Zeit werfen die Forschungen von Neurowissenschaftlern aus weltweit rund 40.000 Laboren nun neues Licht auf die ma\u00dfgeblichen Zusammenh\u00e4nge. Zugleich liefern sie klare Anhaltspunkte wie sich die Aufmerksamkeit am Arbeitsplatz besser unterst\u00fctzen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Dank der zahlreich vorliegenden Forschungsarbeiten wird immer deutlicher, dass die L\u00f6sung vieler Herausforderungen, denen wir am Arbeitsplatz begegnen, direkt mit dem intelligenteren Umgang mit diesem rund 1,3 Kilo schweren Organ in unseren K\u00f6pfen verkn\u00fcpft ist.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des letzten Jahres haben sich Steelcase Forscher und Designer mit den Arbeiten von Neuround Kognitionswissenschaftlern auseinandergesetzt und die dabei gewonnenen Erkenntnisse mit eigenen Untersuchungen zu Verhaltensweisen von B\u00fcromitarbeitern und zur sich wandelnden Arbeitswelt zusammengef\u00fchrt. Die \u00dcbereinstimmung beider Ans\u00e4tze inspirierte zu neuen Perspektiven und Ideen zur Frage, wie sorgf\u00e4ltig geplante Arbeitsumgebungen die Menschen effektiv dabei unterst\u00fctzen k\u00f6nnen, ihre Aufmerksamkeit besser zu steuern. Gelingt dies, resultieren daraus vielf\u00e4ltige Wettbewerbsvorteile: ein h\u00f6heres Mitarbeiterwohlbefinden und eine Steigerung deren Engagements, mehr Kreativit\u00e4t und Innovationskraft und letztlich eine insgesamt verbesserte Unternehmensleistung.<\/p>\n<p>\u201eDie Anforderungen an die Aufmerksamkeit der Menschen steigen, und so wird es zunehmend wichtig, unsere kognitiven Ressourcen optimal einzusetzen\u201c, sagt Donna Flynn, Vice President von Steelcase WorkSpace Futures. \u201eIn der Auseinandersetzung mit den neurowissenschaftlichen Forschungsarbeiten haben wir erkannt, dass wir die menschlichen Bed\u00fcrfnisse am Arbeitsplatz umso besser verstehen je mehr wir dar\u00fcber wissen, wie das Gehirn unser k\u00f6rperliches, kognitives und seelsisches Wohlbefinden formt. Nun versuchen wir herauszufinden, wie sich all die neuen Erkenntnisse nutzen lassen, damit die Menschen im B\u00fcro besser denken k\u00f6nnen.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>\u00a0WARUM WIR SO OFT ABGELENKT SIND:<\/h3>\n<table style=\"height: 909px;width: 536px\" width=\"598\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>3 minuten<\/strong><\/td>\n<td>So h\u00e4ufig werden B\u00fcromitarbeiter durchschnittlich unterbrochen oder abgelenkt<br \/>\n<em>University of California, Irvine<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>23 minuten<\/strong><\/td>\n<td>So lange dauert es, um sich nach einer St\u00f6rung wieder auf seine Aufgaben konzentrieren zu k\u00f6nnen<br \/>\n<em>University of California, Irvine<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>204 millionen<\/strong><\/td>\n<td>Pro minute gesendete e-mails<br \/>\n<em>Mashable<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>8<\/strong><\/td>\n<td>Durchschnittliche anzahl der gleichzeitig am bildschirm eines b\u00fcromitarbeiters ge\u00f6ffneten fenster<br \/>\n<em>\u201cThe overflowing brain: information overload and the limits of working memory&#8221;, torkel klingberg<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>30<\/strong><\/td>\n<td>Durchschnittliche H\u00e4ufigkeit pro Stunde, mit der B\u00fcromitarbeiter ihre E-Mails checken<br \/>\n<em>National Center for Biotechnology Information<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>221 mal<\/strong><\/td>\n<td>Durchschnittliche H\u00e4ufigkeit pro Tag, mit der britische Smartphone-Besitzer nach ihrem Ger\u00e4t sehen<br \/>\n<em>Tecmark <\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>4,9 milliarden<\/strong><\/td>\n<td>Ger\u00e4te mit Internetzugang im Jahr 2015<br \/>\n<em>Gartner<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>200 percent<\/strong><\/td>\n<td>Durchschnittliche Zunahme der mit mobilen Ger\u00e4ten verbrachten Zeit seit 2012<br \/>\n<em>GlobalWebIndex<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>49\u00a0percent<\/strong><\/td>\n<td>Prozentsatz der Mitarbeiter, die nicht selbst entscheiden k\u00f6nnen, wo sie ihre Aufgaben erledigen<br \/>\n<em>Steelcase wellbeing study, global average of 17 countries<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large\" src=\"https:\/\/steelcase-res.cloudinary.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1501586666\/www.steelcase.com\/eu-en\/2017\/08\/01\/15-0008114.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<h3>\u00a0AUFGEPASST: DAS IST IHR GEHIRN<\/h3>\n<p>Lexika liefern meist nur einfache Erkl\u00e4rungen f\u00fcr den Begriff Aufmerksamkeit: in der Regel geht es dabei darum, etwas im Bewusstsein zu halten. Kognitionswissenschaftler haben dagegen ein weitaus differenzierteres Verst\u00e4ndnis und definieren unterschiedliche Arten der Aufmerksamkeit \u2013 je nachdem welche Bereiche des Gehirns beteiligt sind. Dr. Torkel Klingberg zum Beispiel, der als Professor am renommierten schwedischen Karolinska Institute f\u00fcr kognitive Neurowissenschaften lehrt, sieht zwei Typen: die kontrollierte und die von \u00e4u\u00dferen Reizen beeinflusste Aufmerksamkeit. Beim ersten Typ dreht sich alles um das gezielte Fokussieren auf bestimmte Inhalte, beim zweiten stehen \u00e4u\u00dfere Faktoren im Mittelpunkt, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.<\/p>\n<p>Heute wissen wir, dass unsere Aufmerksamkeit von mehreren biologischen Mechanismen beeinflusst wird. Der oft als Entscheidungszentrum oder CEO des Gehirns bezeichnete pr\u00e4frontale Cortex z\u00e4hlt dabei zu den evolutionsgeschichtlich j\u00fcngsten Bereichen \u2013 er erm\u00f6glicht die ganz bewusste Konzentration auf bestimmte Dinge. Zugleich sind sich Neurowissenschaftler aber auch einig, dass unsere Aufmerksamkeit keineswegs nur von diesem einen Bereich abh\u00e4ngt.<\/p>\n<h3 class=\"p1\">\u00a0AUFMERKSAMKEIT VERSTEHEN:<\/h3>\n<p>\u201eUm Aufmerksamkeit als solche verstehen zu k\u00f6nnen, brauchen wir nicht nur eine ganzheitliche Sicht auf unterschiedlichste Gehirnfunktionen, wir m\u00fcssen vielmehr in gr\u00f6\u00dferen Kategorien denken und auch die von unserem Gehirn verarbeiteten Inhalte, unsere k\u00f6rperliche Verfassung und unser Umfeld ber\u00fccksichtigen\u201c, sagt Beatriz Arantes, Arbeitspsychologin und Forscherin bei Steelcase WorkSpace Futures.<\/p>\n<p>Unser Zustand psychischer Erregtheit \u2013 mit anderen Worten: der Grad unserer Wachheit \u2013 ist ein \u00fcberaus wichtiger Faktor, weil er ebenso variiert wie unsere Aufmerksamkeit. Wenn wir m\u00fcde oder lethargisch sind, ist es genauso schwierig, aufmerksam zu sein, wie wenn wir hochgradig erregt sind und unser Kopf von einem Punkt zum n\u00e4chsten springt. Wie gut wir unsere Aufmerksamkeit aufrechterhalten k\u00f6nnen, h\u00e4ngt wesentlich von einem idealen Erregungsniveau ab.<\/p>\n<p>Eine andere Funktionseinheit des Gehirns, die unsere Aufmerksamkeit und Erregtheit ma\u00dfgeblich beeinflusst, ist das auf mehrere Hirnregionen verteilte und vor allem der Emotionsverarbeitung dienende limbische System. Evolutionsgeschichtlich \u00e4lter als der pr\u00e4frontale Cortex fordert uns dieses System dazu auf, \u00e4u\u00dfere Reize wahrzunehmen, die Angst oder Aufregung hervorrufen. John Medina, der als Molekular- und Entwicklungsbiologe an der Washington State University die Entwicklung des menschlichen Gehirns erforscht, schreibt hierzu: \u201eWir schenken langweiligen Dingen keine Aufmerksamkeit.\u201c Das hei\u00dft, dass das Gehirn naturgem\u00e4\u00df eher auf das Unvorhergesehene reagiert, was uns wiederum leicht ablenkbar macht. Fr\u00fcher war es f\u00fcr das \u00dcberleben unerl\u00e4sslich, auf Ver\u00e4nderungen der Umwelt zu reagieren, heute sorgt diese angeborene Veranlagung daf\u00fcr, dass wir so sensibel auf Ger\u00e4usche, Bewegungen und andere \u00e4u\u00dfere Reize reagieren.<\/p>\n<blockquote class=\"pull-quote pull-quote-center \"><p>Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass wir unsere Aufmerksamkeit beim Multitasking bei jedem Aufgabenwechsel aufs Neue schnell wiederfinden m\u00fcssen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nat\u00fcrlich kommen nicht alle Ablenkungen von au\u00dfen. Wir lassen uns genauso auch von Gedanken und Sorgen ablenken. Die am MIT forschenden Neurowissenschaftler Trey Hedden und John Gabrieli fanden heraus, dass selbst verursachte Aufmerksamkeitsabf\u00e4lle im mittleren pr\u00e4frontalen Cortex entstehen, wo vor allem Gedanken \u00fcber uns und andere Menschen verarbeitet werden. Dieser Bereich ist Teil des Ruhenetzwerks im Gehirn, das jene Grundstimmung entstehen l\u00e4sst, die wir wahrnehmen, wenn wir uns gerade auf nichts anderes fokussieren.<\/p>\n<p>Aufmerksamkeit ist aber auch eine Frage des Standorts: die Entfernung zu \u00e4u\u00dferen Reizen hat einen wesentlichen Einfluss darauf, wie intensiv wir sie wahrnehmen. Studierende, die in unmittelbarer N\u00e4he ihres Dozenten sitzen, k\u00f6nnen sich leichter auf den Unterricht konzentrieren als weit entfernte Kommilitonen. Und Menschen, die sich mit anderen unterhalten, lehnen sich instinktiv nach vorn, um sich auf die andere Person zu fokussieren \u2013 was bei Telefonkonferenzen dazu f\u00fchren kann, dass die Teilnehmer die ganze Zeit auf einen Telefonh\u00f6rer starren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7472 size-large\" src=\"https:\/\/images.steelcase.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1428524101\/www.steelcase.com\/15-0007421.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<h3>WIE DAS GEHIRN BEIM ARBEITEN ARBEITET<\/h3>\n<p>Laut einem Bericht der Zeitschrift Science Communication betrachten die meisten Menschen neurowissenschaftliche Forschungen noch immer vor allem als Mittel zur Heilung psychischer St\u00f6rungen oder Erkrankungen wie z.B. Alzheimer, und sind sich gar nicht bewusst, wie gro\u00df ihr direkter Einfluss auf ihren Alltag ist. Genauso wie die medizinische Forschung zu einer Reihe von Erkenntnissen zur Verbesserung unserer k\u00f6rperlichen Gesundheit gef\u00fchrt hat, erzielten Neurowissenschaftler jedoch eine F\u00fclle von Forschungserfolgen zur Verbesserung unserer allt\u00e4glichen kognitiven F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p>Steelcase Forscher konzentrieren sich auf drei Schl\u00fcsselerkenntnisse der Neurowissenschaft, die erhebliche Auswirkungen auf unsere Leistungsf\u00e4higkeit am Arbeitsplatz haben.<\/p>\n<h3>Gehirne werden m\u00fcde.<\/h3>\n<p>Viele Unternehmen handeln nach der Pr\u00e4misse, dass sich Produktivit\u00e4t vor allem durch Konzentration erreichen l\u00e4sst. Daher versuchen sie die Mitarbeiter so konzentriert wie m\u00f6glich arbeiten zu lassen \u2013 f\u00fcr mindestens acht Stunden t\u00e4glich, je l\u00e4nger desto besser.<\/p>\n<p>F\u00fcr Neurowissenschaftler ist Konzentration jedoch eine begrenzte Ressource. Wie der Rest unseres K\u00f6rpers verbraucht auch das Gehirn Energie, und verwendet hierf\u00fcr Glukose und Sauerstoff. Vor allem die kontrollierte Aufmerksamkeit ist harte Arbeit, die den pr\u00e4frontalen Cortex stark beansprucht. Aktivit\u00e4ten wie Analysieren, Abw\u00e4gen, Planen und andere Arten des kritischen Denkens sind regelrechte Energiefresser. Nimmt die Energieversorgung ab, wird das Gehirn m\u00fcde.<\/p>\n<p>Gerade weil unser Gehirn so viel Energie braucht, haben die Menschen im Lauf der Zeit physiologische Mechanismen entwickelt, die sicherstellen, dass der endliche Energievorrat nicht verschwendet wird. Aus diesem Grund lassen wir uns auch eher ablenken, wenn der pr\u00e4frontale Cortex mit schwierigen oder unwichtigen Aufgaben konfrontiert wird. Hierbei handelt es sich um eine Art Energiesparmechanismus, vergleichbar mit dem Herunterdrehen eines Thermostats.<\/p>\n<p>\u201eUnser Gehirn befindet sich in einem st\u00e4ndigen Kreislauf zwischen Hochform und Ruhezeiten, zwischen Phasen des Energieverbrauchens und der Regeneration\u201c, sagt Arantes. \u201eK\u00f6rper und Gehirn bewegen sich in diesen Rhythmen, um stets wachsam zu bleiben und jederzeit auf wichtige Signale aus der Umgebung reagieren zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Problematisch wird es, wenn wir versuchen, fokussiert zu bleiben, obwohl unser Gehirn m\u00fcde ist. Dann gibt es pl\u00f6tzlich eine F\u00fclle von Ablenkungen, die dazu f\u00fchrt, dass wir schwierige Aufgaben meiden, Fehler machen, kaum lernf\u00e4hig sind und nur wenig im Ged\u00e4chtnis behalten k\u00f6nnen. Nimmt der Stress weiter zu, kommt es zum \u201eFight-or-flight-Syndrom\u201c, das unser Nervensystem schlie\u00dflich mit Cortisol und Adrenalin flutet. Resultat ist ein Zustand der \u00dcbererregung. Und anstatt gut zu arbeiten, werden auf diese Weise gestresste Menschen von Schuldgef\u00fchlen, \u00dcbellaunigkeit, Pessimismus und anderen unproduktiven Grundstimmungen geplagt.<\/p>\n<blockquote class=\"pull-quote pull-quote-center \"><p>\u201eNie zuvor in der Geschichte musste das menschliche Gehirn so viele Daten aufnehmen und verarbeiten.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Der angesehene Psychiater und Autor Edward M. Hallowell hat ein neurologisches Ph\u00e4nomen entdeckt, das er als \u201eAttention Deficit Trait\u201c (ADT) bezeichnet. F\u00fcr ihn ist diese zeitweise Aufmerksamkeitsst\u00f6rung die direkte Folge unserer reiz\u00fcberfluteten Umwelt und ihrer Auswirkungen auf das Gehirn. \u201eNie zuvor in der Geschichte musste das menschliche Gehirn so viele Daten aufnehmen und verarbeiten\u201c, sagt Hallowell und kommt zum Schluss, dass solche \u00dcberlastungen der wichtigste Grund daf\u00fcr sind, dass intelligente Menschen beim Arbeiten manchmal nur unterdurchschnittliche Leistungen erbringen. Wir erwarten von unserem Gehirn einfach mehr als ihm daf\u00fcr an Energie zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>\u201eEs ist so als h\u00e4tte das Gehirn einen Haushaltsplan. Wenn es hier 70 Prozent seiner Leistung liefert, dann k\u00f6nnen es anderswo eben nur noch 30 Prozent sein\u201c, erl\u00e4utert Sergei Gepshtein, der sich als Neurowissenschaftler am Salk Institute for Biological Studies mit der Informationsverarbeitung des Nervensystems besch\u00e4ftigt und derzeit erforscht, wie das Gehirn visuelle Reize verarbeitet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large\" src=\"https:\/\/steelcase-res.cloudinary.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1501587069\/www.steelcase.com\/eu-en\/2017\/08\/01\/Think-Better_E.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<h3>Multitasking ist ineffizient.<\/h3>\n<p>Ein weit verbreiteter Trend der Arbeitswelt der letzten Jahre l\u00e4sst Mitarbeiter parallel mit mehreren Projekten und Verantwortlichkeiten jonglieren, die alle jeweils die h\u00e4ufige Kooperation mit den unterschiedlichsten Menschen erfordern. Unsere Jobs basieren auf zahlreichen Informationsfl\u00fcssen und Interaktionen, und unsere Bem\u00fchungen, diese alle gleichzeitig zu steuern, haben zu vielf\u00e4ltigen Strategien des Multitaskings gef\u00fchrt \u2013 z.B. E-Mails w\u00e4hrend Besprechungen beantworten, Texte mitten im Gespr\u00e4ch lesen, beim Telefonieren im Internet surfen, oder versuchen, mehrere Aufgaben auf einmal zu erledigen.<\/p>\n<p>Auch wenn wir gern etwas anderes glauben m\u00f6chten \u2013 Wissenschaftler von Institutionen wie etwa dem Brain, Cognition and Action Laboratory der University of Michigan haben nachgewiesen, dass wir unsere Aufmerksamkeit beim Multitasking bei jedem Aufgabenwechsel aufs Neue schnell wiederfinden m\u00fcssen. F\u00fcr David Meyer, der an dieser Einrichtung forscht und zu den Multitasking-Experten dieser Welt z\u00e4hlt, gibt es allerdings eine Ausnahme, n\u00e4mlich dann, wenn Multitasking v\u00f6llig unterschiedliche Bereiche des Gehirns beansprucht, z.B. beim gleichzeitigen Laufen (manuelle T\u00e4tigkeit) und Sprechen (verbale T\u00e4tigkeit). An den heutigen Arbeitspl\u00e4tzen konkurrieren viele Aktivit\u00e4ten um unsere Aufmerksamkeit und verlangen dabei meist nach denselben \u201eKan\u00e4len\u201c des Gehirns, das jedoch nur eine Sache auf einmal bew\u00e4ltigen kann. Meyer vergleicht das heutige Verhalten der Menschen in Bezug auf Ablenkungen mit dem Zigarettenrauchen vor einigen Jahrzehnten, als sie noch nicht wussten, wie sch\u00e4dlich es sich auf die Lungen auswirkt. Wie damals sind sich demnach viele Menschen auch heute nicht bewusst, wie sehr sie ihre mentalen F\u00e4higkeiten vermindern, wenn sie versuchen, den ganzen Tag \u00fcber Multitasking zu betreiben. Im kleinen Ma\u00dfstab resultieren daraus nur sinnentstellende Schreibfehler in E-Mails, im gro\u00dfen Ma\u00dfstab kann es zu schweren Unf\u00e4llen kommen, wenn beim Autofahren Textnachrichten geschrieben werden.<\/p>\n<blockquote class=\"pull-quote pull-quote-center \"><p>Viele Menschen sind sich heute nicht bewusst, wie sehr sie ihre mentalen F\u00e4higkeiten vermindern, wenn sie versuchen, den ganzen Tag \u00fcber Multitasking zu betreiben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das genaue Gegenteil vom Multitasking ist das, was der Psychologe Dr. Mihaly Csikszentmihalyi als \u201eFlow\u201c bezeichnet hat: das v\u00f6llige Aufgehen in einer Sache \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum \u2013 ein Zustand, in dem wir nach Meinung vieler Experten am produktivsten sind. Ein solcher Flow ergibt sich selten zuf\u00e4llig, und er l\u00e4sst sich auch nicht auf unbegrenzte Dauer aufrechterhalten. Anders als beim Stress, der Hormone freisetzt, die in Verbindung mit \u00dcbererregung und Angst stehen, bezeichnet Flow einen sehr angenehmen und sehr produktiven Erregungszustand \u2013 etwas, wonach sich an den Arbeitspl\u00e4tzen von heute nicht nur viele Mitarbeiter, sondern auch viele Arbeitgeber sehnen.<\/p>\n<h3>Achtsamkeit trainiert das Gehirn.<\/h3>\n<p>So faszinierend die Idee des Flows ist \u2013 die Herausforderung, einen solchen Zustand tats\u00e4chlich zu erreichen ist f\u00fcr die meisten B\u00fcromitarbeiter so gro\u00df wie nie zuvor. Die Autorin und Beraterin Linda Stone hat vor fast 20 Jahren den Begriff der \u201epermanenten Teilaufmerksamkeit\u201c ins Spiel gebracht \u2013 ein Ph\u00e4nomen, das seitdem immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Die permanente Teilaufmerksamkeit basiert auf dem Wunsch der Menschen, nichts zu verpassen. \u201eWir wollen effektiv nach neuen Gelegenheiten suchen und bereits bestehende Chancen, Aktivit\u00e4ten und Kontakte zu jedem Zeitpunkt optimieren\u201c, schreibt Stone. Stehen wir in Alarmbereitschaft, f\u00fchlen wir uns ausgef\u00fcllt und wichtig. Verbleiben wir jedoch auf Dauer an einem solchen Punkt, dann f\u00fchrt uns die permanente Teilaufmerksamkeit nicht nur in einen Zustand der st\u00e4ndigen Krise, \u00dcberlastung und Unerf\u00fclltheit, sondern nimmt uns auch noch die Kraft, etwas dagegen zu unternehmen. Wer versucht, sich \u00fcberallhin zu vernetzen, wird es am Ende nicht schaffen, zu irgendetwas eine echte Verbindung herzustellen.<\/p>\n<p>Eine der bemerkenswertesten Entdeckungen der neurowissenschaftlichen Forschung ist wahrscheinlich die neuronale Plastizit\u00e4t \u2013 die F\u00e4higkeit der Menschen, ihr Gehirn in jeder Lebensphase physiologisch durch das Schaffen, St\u00e4rken und Konsolidieren neuronaler Netze zu ver\u00e4ndern. Anstatt also st\u00e4ndig nur der Ablenkung zu erliegen, weil wir versuchen, zu viele Dinge auf einmal in unseren K\u00f6pfen zu behalten, gibt es eine echte Chance, das Gehirn in Richtung positiver Gewohnheiten zu trainieren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large\" src=\"https:\/\/images.steelcase.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1431719208\/www.steelcase.com\/15-0008128.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<p>Achtsam zu sein \u2013 das hei\u00dft, die gesamte Wahrnehmung auf das Hier und Jetzt zu lenken \u2013 erscheint in diesem Zusammenhang als besonders zielf\u00fchrend. Zu den eindrucksvollsten Belegen hierf\u00fcr z\u00e4hlen die Forschungen von Dr. Richard Davidson, der als Direktor des Waisman Laboratory for Brain Imaging and Behavior und des Center for Investigating Healthy Minds an der University of WisconsinMadison Pionierarbeit in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Meditation geleistet hat. Davidson und sein Team untersuchten die Gehirne buddhistischer M\u00f6nche, die seit vielen Jahren tagt\u00e4glich meditieren \u2013 insgesamt jeweils mehr als 30.000 Stunden. Ihre Hirnscans zeigten starke Gamma-Aktivit\u00e4ten, die auf extreme Konzentration hinweisen. Und tats\u00e4chlich waren die Gammawellen bei den M\u00f6nchen 30-mal so stark ausgepr\u00e4gt wie bei der aus Studierenden zusammengesetzten Kontrollgruppe. Anstatt sich in Gedanken zu verlieren oder sich von Umweltreizen ablenken zu lassen, haben diese M\u00f6nche gelernt, sich nach Belieben konzentrieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>\u00a0DER BUSINESS CASE F\u00dcR ACHTSAMKEIT<\/h3>\n<p>Laut einem Artikel in der Online-Ausgabe der Harvard Business Review im Januar 2015 hat ein Team von Forschern der University of British Columbia und der TU Chemnitz vor kurzem Daten aus mehr als 20 Studien zusammengef\u00fchrt und dabei herausgefunden, dass mindestens acht unterschiedliche Gehirnregionen st\u00e4ndig von Achtsamkeit beeinflusst werden. Besonders interessant f\u00fcr die Wirtschaft sind aus Sicht der drei Autoren die Auswirkungen der sogenannten Achtsamkeitsmeditation auf den anterioren cingul\u00e4ren Cortex, eine Region hinter dem Frontallappen, die f\u00fcr die Selbstkontrolle zust\u00e4ndig ist. Meditierende Versuchspersonen zeigten bei entsprechenden Tests eine verbesserte Leistungsf\u00e4higkeit und im Vergleich zu Probanden, die nicht meditierten, au\u00dferdem eine erh\u00f6hte Aktivit\u00e4t dieser Gehirnregion. Eine andere Gehirnregion, die von der Meditation zu profitieren scheint ist der Hippocampus, der als Teil des limbischen Systems vor allem mit der Ged\u00e4chtnisorganisation und der Verarbeitung von Emotionen in Zusammenhang gebracht wird.<\/p>\n<blockquote class=\"pull-quote pull-quote-center \"><p>Die permanente Teilaufmerksamkeit f\u00fchrt uns in einen Zustand der st\u00e4ndigen Krise, \u00dcberlastung und Unerf\u00fclltheit.<\/p><\/blockquote>\n<p>Offensichtlich beginnt das Mantra der Achtsamkeit als solide Gesch\u00e4ftspraxis gerade an Verbreitung zu gewinnen \u2013 und zwar nicht nur bei Silicon-Valley-Unternehmen wie Google, das Meditationskurse zum Erlernen emotionaler Intelligenz anbietet. Der Krankenversicherer Aetna erm\u00f6glicht seinen Mitarbeitern kostenlose Yogaund Meditationskurse, w\u00e4hrend die Huffington Post in New York \u00fcber R\u00fcckzugsr\u00e4ume f\u00fcr Powernaps, Gruppen f\u00fcr Atemtechniken und eine Firmenpolitik verf\u00fcgt, die die Mitarbeiter dazu ermuntert, nach Feierabend keine E-Mails mehr zu versenden. Eingef\u00fchrt wurde all dies nachdem die Chefredakteurin Adrianna Huf fington zuhause wegen chronischem Schlafmangel kollabierte, was sie schlie\u00dflich veranlasste, grundlegend neu \u00fcber die Arbeitsweise der permanenten Verf\u00fcgbarkeit nachzudenken.<\/p>\n<p>Klar, dass B\u00fcromitarbeiter jedes Jahr tausende von Stunden mit Achtsamkeits-Meditation verbringen, ist eher unwahrscheinlich. Dennoch zeigt eine in der Zeitschrift \u201ePsychiatry Research: Neuroimaging\u201c ver\u00f6ffentlichte Forschungsarbeit, dass selbst 30 Minuten Achtsamkeit in acht Wochen zu physiologischen Ver\u00e4nderungen im Gehirn f\u00fchren k\u00f6nnen. Achtsamkeit schafft bzw. st\u00e4rkt unsere neuronalen Netze, und unterst\u00fctzt zugleich deren Regenerationsf\u00e4higkeit beim Auftreten interner St\u00f6rungen.<\/p>\n<p>\u201eDurch die Auseinandersetzung mit dem Thema Achtsamkeit, k\u00f6nnen wir nicht nur leichter erkennen, wann wir mit unseren Gedanken abschweifen, sondern auch unsere F\u00e4higkeit trainieren, die Aufmerksamkeit wiederzuerlangen. Die wertneutrale Beobachtung unserer Gedanken h\u00e4lt das Gehirn fit, f\u00f6rdert besonnene Reaktionen und sorgt f\u00fcr mehr emotionale Stabilit\u00e4t. Je mehr wir dies \u00fcben, desto besser wird es uns gelingen\u201c, erkl\u00e4rt Arantes.<\/p>\n<h3>KURSKORREKTUR ZUR LEISTUNGSSTEIGERUNG DES GEHIRNS<\/h3>\n<p>Vor allem, wenn man sie in ihrer Gesamtheit betrachtet f\u00fchren die von den Steelcase Forschern intensiv untersuchten Schl\u00fcsselerkenntnisse der Neurowissenschaften zu einem eindeutigen Ergebnis: Es ist f\u00fcr keinen B\u00fcromitarbeiter m\u00f6glich, sich acht Stunden oder mehr mit kontrollierter Aufmerksamkeit einzubringen und dabei gleichzeitig hochgesteckte quantitative oder qualitative Ziele zu erreichen. Das Gehirn erm\u00fcdet schnell, und der Versuch, die Aufmerksamkeit beim Multitasking aufzuteilen ist kontraproduktiv und stressig. Doch obwohl Achtsamkeit einen bew\u00e4hrten Weg bietet, die Gehirnfunktionen zu st\u00e4rken, fehlt es an den meisten Arbeitspl\u00e4tzen an ad\u00e4quater Unterst\u00fctzung f\u00fcr regenerative Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Steelcase Forscher kommen \u00fcberdies zum Schluss, dass der Weg zu mehr Produktivit\u00e4t und Kreativit\u00e4t keineswegs immer mit dem Versuch verbunden sein muss, konzentrierter oder l\u00e4nger zu arbeiten. Im Mittelpunkt sollte vielmehr ein intelligenterer Umgang mit dem Gehirn stehen, aber auch das Entdecken seiner Grenzen und seiner Potenziale \u2013 mit dem Ziel, unsere Aufmerksamkeit besser lenken zu k\u00f6nnen und uns w\u00e4hrend des Arbeitstags auf vielf\u00e4ltige Weise zu inspirieren und herauszufordern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large\" src=\"https:\/\/steelcase-res.cloudinary.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1501587509\/www.steelcase.com\/eu-en\/2017\/08\/01\/Think-Better_G.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<h3>DEN RHYTHMUS DES GEHIRNS RESPEKTIEREN<\/h3>\n<p>Wir selbst sind nicht nur Teil des Problems unserer Ablenkung, in uns liegt zugleich auch die L\u00f6sung. Und wenn wir unser Verhalten ver\u00e4ndern, dann gewinnen wir auch mehr Kontrolle \u00fcber unser Gehirn \u2013 und unser Leben. Je mehr wir dar\u00fcber wissen, wie unser Gehirn arbeitet, und je besser wir die Hochs und Tiefs unserer Aufmerksamkeit kennen, umso einfacher wird es, zu erkennen, was unser Gehirn wann braucht. Steelcase Forscher und Designer haben drei Funktionsmodi des Gehirns entdeckt, die jeweils ganz bestimmte Verhaltensweisen und Arbeitsplatzkonfigurationen erfordern:<\/p>\n<p><strong>Fokussieren:<\/strong> Wenn wir uns wirklich auf Etwas fokussieren m\u00fcssen, ist es wichtig, st\u00f6rende Ablenkungen zu vermeiden. Egal, ob diese Ablenkungen von au\u00dfen kommen oder in uns selbst entstehen \u2013 jedes Mal, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken, verbrauchen wir endliche neuronale Ressourcen und unterst\u00fctzen das limbische System dabei, unsere Konzentration zu st\u00f6ren. Egal, ob wir unsere Telefone f\u00fcr eine Weile ausschalten, unsere Tagsabl\u00e4ufe umkrempeln oder nur l\u00e4nger schlafen \u2013 immer mehr Experten liefern in B\u00fcchern, Zeitschriftenartikeln, Interviews und im Internet hilfreiche Tipps, wie es mit ver\u00e4nderten Verhaltensweisen gelingen kann, die Produktivit\u00e4t unseres Gehirns zu steigern.<\/p>\n<p><strong>Regenerieren + Inspirieren:<\/strong> Obwohl Selbstkontrolle f\u00fcr die kontrollierte Aufmerksamkeit unerl\u00e4sslich ist, muss man erkennen, dass das Gehirn durch die Ablenkungen die M\u00f6glichkeit erh\u00e4lt, sich die gerade ben\u00f6tigten Auszeiten zu verschaffen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Tagtr\u00e4ume werden in der Arbeitswelt im Allgemeinen dennoch eher abgelehnt, weil sie das Gef\u00fchl vermitteln, nicht zu arbeiten, obwohl das Gehirn in dieser Zeit sehr wohl aktiv ist. \u201eNeuronen formen immer wieder neue Pfade und verkn\u00fcpfen diese mit dem, was wir vorher schon wussten. Genau an diesem Punkt beginnen sich Erkenntnisse zu entwickeln\u201c, sagt Flynn. \u201eDas alte Sprichwort, dass man vor lauter krampfhafter Konzentration den Wald vor lauter B\u00e4umen nicht mehr sieht, oder die Aha-Erlebnisse unter der Dusche oder auf dem Weg zur Arbeit \u2013 heute wissen wir, dass sie sich alle auch wissenschaftlich erkl\u00e4ren lassen. Die Neurowissenschaft haben uns gezeigt, dass der beste Weg ein Problem zu l\u00f6sen oft darin besteht, sich von ihm zu entfernen und das Gehirn im Unterbewusstsein allein weiterarbeiten zu lassen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Aktivieren:<\/strong> Wenn wir in Erregungszust\u00e4nde geraten, ist es von gro\u00dfer Bedeutung, unseren K\u00f6rper zu bewegen. Auch wenn wir es in der Schule anders gelernt haben: statisches Sitzen sabotiert unsere Konzentrationsf\u00e4higkeit. Zahlreiche Studien belegen, dass Bewegung die Aufmerksamkeit f\u00f6rdert, weil sie Sauerstoff und frisches Blut ins Gehirn bringt und f\u00fcr die Aussch\u00fcttung stimulierender Hormone sorgt. W\u00e4hrend die k\u00f6rperlichen und seelischen Vorteile von Bewegung hinreichend bekannt sind, hat die Neurowissenschaft nun gezeigt, dass sie sich auch auf den kognitiven Bereich positiv auswirkt. John Ratey von der Harvard Medical School besch\u00e4ftigt sich in seinem Buch \u201eSpark: The Revolutionary New Science of Exercise and the Brain\u201c ausf\u00fchrlich mit der Erforschung der Verkn\u00fcpfung von Gehirn und Bewegung. Bewegen wir unseren K\u00f6rper, f\u00f6rdert dies die Produktion des Proteins BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), das er als \u201eD\u00fcnger\u201c f\u00fcr das Gehirn bezeichnet, weil es die Bildung neuer Neuronen f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Best\u00e4tigt werden die Vorteile der Bewegung auch in einer k\u00fcrzlich in der Zeitschrift \u201eComputers in Human Behavior\u201c ver\u00f6ffentlichten Studie. Demnach waren Studierende, die einen Text an einem Schreibtisch mit Laufband lasen 34,9 Prozent h\u00e4ufiger in der Lage, hierzu gestellte Fragen richtig zu beantworten als eine sitzende Vergleichsgruppe. Hinzu kommt, dass sich diese Studierenden insgesamt besser auf die Aufgabe konzentrieren konnten, und dass die Auswertung ihrer EEGs mehr Aufmerksamkeit und bessere Ged\u00e4chtnisfunktionen erkennen lie\u00dfen.<\/p>\n<h3>Fokussieren<\/h3>\n<p>Um sich voll und ganz auf etwas konzentrieren zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen \u00e4u\u00dfere und innere Ablenkungen vermieden werden. Diese Bibliothekszone ist so konzipiert, dass sie als R\u00fcckzugsbereich vor L\u00e4rm und anderen St\u00f6rungen sch\u00fctzt, die f\u00fcr Open Spaces typisch sind. Die Nutzung von Telefonen ist nicht erlaubt, w\u00e4hrend Gespr\u00e4che eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich sind. Dank der vielf\u00e4ltigen akustischen, visuellen und psychologischen Grenzen unterst\u00fctzt diese Arbeitsplatzkonfiguration eine gro\u00dfe Bandbreite an Nutzerbed\u00fcrfnissen f\u00fcr fokussiertes Arbeiten<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5236 size-large\" src=\"https:\/\/images.steelcase.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1433517664\/www.steelcase.com\/15-0008446.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<p>Nimmt man in dieser Konfiguration mit Lagunitas Platz, kann man den Blick nach drau\u00dfen schweifen lassen und ist dabei von Ablenkungen gesch\u00fctzt. Dieser kokon\u00e4hnliche Arbeitsplatz reduziert visuelle Ablenkungen und bietet so das Gef\u00fchl von Kontrolle und Sicherheit.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5237 size-large\" src=\"https:\/\/images.steelcase.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1433517451\/www.steelcase.com\/15-0008445.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<p>Verschiedene M\u00f6glichkeiten der Abschirmung \u2013 von v\u00f6llig geschlossenen R\u00e4umen bis hin zu offenen Micro-Lounges \u2013 geben den Menschen die M\u00f6glichkeit, das Ma\u00df der Au\u00dfenreize (z.B. Ger\u00e4usche, Sichtlinien, Beleuchtung, Temperatur) individuell zu steuern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5226 size-large\" src=\"https:\/\/images.steelcase.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1433883872\/www.steelcase.com\/15-0008449.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Regenerieren und Inspirieren<\/h3>\n<p>Leicht erreichbare Kollegen, Snacks und Pl\u00e4tze zum Ausruhen helfen kognitiv \u00fcberlasteten Mitarbeitern, sich zu regenerieren und den Kopf wieder frei zu bekommen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5225 size-large\" src=\"https:\/\/images.steelcase.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1433884070\/www.steelcase.com\/15-00084611.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieser an einer internen Schnittstelle platzierte, soziale Treffpunkt erm\u00f6glicht viele regenerierende Aktivit\u00e4ten: hier k\u00f6nnen Kollegen gemeinsam Kaffee trinken, entspannte Gespr\u00e4che f\u00fchren, ein paar Minuten in sich gehen oder einfach mal tief durchatmen, um K\u00f6rper und Geist zu erfrischen.<\/p>\n<p>Eine in Holz gerahmte Feuerstelle sorgt f\u00fcr kontemplative Ruhe, dient aber auch als Treffpunkt f\u00fcr stille Gespr\u00e4che.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5234 size-large\" src=\"https:\/\/images.steelcase.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1433519468\/www.steelcase.com\/15-0008448.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<p>Eine informelle Lounge ermuntert zu entspannten Sitzpositionen, aber auch zu einem angeregten Austausch, der zu neuen Denkweisen f\u00fchren kann.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5235 size-large\" src=\"https:\/\/images.steelcase.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1433519395\/www.steelcase.com\/15-0008460.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<p>Eine Kaffeebar f\u00f6rdert zuf\u00e4llige Begegnungen und Gespr\u00e4che, w\u00e4hrend die auf einer Medienwand pr\u00e4sentierten Informationen zu Unternehmen und Weltgeschehen den Geist beleben.<\/p>\n<h3>Aktivieren<\/h3>\n<p>K\u00f6rperliche Aktivit\u00e4ten sind ein bew\u00e4hrtes Mittel zur Anregung des Gehirns. Stellen Sie leicht zug\u00e4ngliche Arbeitsplatzkonfigurationen zur Verf\u00fcgung, die die Mitarbeiter ermuntern, sich w\u00e4hrend des ganzen Arbeitstages zu bewegen, um dadurch K\u00f6rper und Geist zu aktivieren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5233 size-large\" src=\"https:\/\/images.steelcase.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1433519590\/www.steelcase.com\/15-0008616.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<p>Diese Arbeitsumgebung bietet die M\u00f6glichkeit sich zu bewegen und die K\u00f6rperhaltung zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5224 size-large\" src=\"https:\/\/images.steelcase.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1433884192\/www.steelcase.com\/15-00084691.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<hr \/>\n<h2>Vorstellung neue Forschungen zum Mitabeiterengagement und Arbeitspl\u00e4tze in aller Welt<\/h2>\n<p>Mehr als ein Drittel der Besch\u00e4ftigten weltweit sind nicht engagiert. Im Rahmen dieser au\u00dfergew\u00f6hnlichen Untersuchung hat Steelcase mit dem internationalen Forschungsinstitut Ipsos zusammengearbeitet, um die wichtigsten Einflussfaktoren auf das Engagement der Mitarbeiter und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz definieren und bewerten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a class=\"button-gray\" href=\"http:\/\/hubs.ly\/H02d-CJ0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">FORDERN SIE DEN REPORT JETZT AN<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An Arbeitspl\u00e4tzen in aller Welt w\u00e4chst das Bewusstsein, dass wir nicht unser gesamtes Potenzial aussch\u00f6pfen und dass wir zu vielen Ablenkungen ausgesetzt sind. Die Diagnose scheint klar zu sein, dennoch f\u00fchlen sich die meisten Menschen hilflos, irgendetwas anderes dagegen zu unternehmen, als noch h\u00e4rter und noch konzentrierter zu arbeiten.<\/p>\n","protected":false},"author":3447,"featured_media":5205,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"topic":[1073],"class_list":["post-5203","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","industry-arbeitsplatz","topic-wohlbefinden"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.5 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Think Better \u2013 Staying Focused for Employee Engagement \u2013 Steelcase<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"In today\u2019s work environment, distraction is around every corner - recent neuroscience has discovered how to augment focus and employee engagement.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.steelcase.com\/eu-de\/forschung\/artikel\/themen\/wohlbefinden\/think-better\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Think Better \u2013 Staying Focused for Employee Engagement \u2013 Steelcase\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"In today\u2019s work environment, distraction is around every corner - 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