{"id":28423,"date":"2019-09-05T12:15:47","date_gmt":"2019-09-05T10:15:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steelcase.com\/eu-de\/?p=28423"},"modified":"2023-02-08T15:29:32","modified_gmt":"2023-02-08T14:29:32","slug":"sechs-lern-und-arbeitstrends-der-generation-igen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steelcase.com\/eu-de\/forschung\/artikel\/themen\/lernen\/sechs-lern-und-arbeitstrends-der-generation-igen\/","title":{"rendered":"Sechs Lern- und Arbeitstrends der Generation iGen"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6nnen Sie sich vorstellen, ab dem Tag Ihrer Geburt immer Zugang zu moderner Technologie zu haben? Die Generation iGen kennt es nicht anders.<\/p>\n<p>iGen umfasst die Jahrg\u00e4nge 1995 &#8211; 2012 und stellt die erste Generation, die nie eine Welt ohne universellen Zugang zum Internet und zu pers\u00f6nlichen Endger\u00e4ten erlebt hat. Als die ersten Mitglieder dieser Generation f\u00fcnf Jahre alt waren, machte sich gerade die ganze Welt gro\u00dfe Sorgen, dass zur Jahrtausendwende das globale Computernetzwerk zusammenbrechen w\u00fcrde. Technologie ist somit tief eingebettet in die fr\u00fchesten Erinnerungen dieser Generation. Deswegen ist es nachvollziehbar, dass iGen eine andere Sichtweise auf Arbeit und Schule hat als alle vorhergehenden Generationen.<\/p>\n<p>Um mehr \u00fcber diese einzigartige Bev\u00f6lkerungsgruppe und Designtrends im Bildungs- und Arbeitsbereich herauszufinden, besuchte Steelcase die Clerkenwell Design Week in London, die dieses Jahr ihr zehnj\u00e4hriges Bestehen feierte. Dort referierte Nathan Hurley, Digital Manager bei Orangebox, \u00fcber \u201eSmartlearning: Wie die Generation iGen den Arbeitsplatz beeinflussen wird.\u201c Er erl\u00e4uterte, was diese Generation von den vorhergehenden Generationen unterscheidet und sprach \u00fcber sechs Trends, die heute und in den kommenden Jahren den Bildungsbereich und das Arbeitsplatzdesign ma\u00dfgeblich beeinflussen werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_39901\" aria-labelledby=\"figcaption_attachment_39901\" class=\"wp-image wp-caption alignleft\" style=\"width: 300px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-28426 size-medium\" src=\"https:\/\/steelcase-res.cloudinary.com\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_300,w_300\/v1564580933\/www.steelcase.com\/eu-en\/2019\/07\/31\/19-0124766.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" \/><figcaption id=\"figcaption_attachment_39901\" class=\"wp-caption-text\">Nathan Hurley, Digital Manager bei Orangebox<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>1. Smartlearning: Lifestyle auch im Bildungsbereich<\/strong><br \/>\nMitglieder der iGen sehen sich permanent in der Kundenrolle, selbst wenn es um die Ausbildung geht. Hurley beschreibt, dass sie eine Universit\u00e4t nicht danach aussuchen, welches akademische Renommee sie hat; diese Studentengeneration sucht nach Hochschulen, die ihr den bevorzugten Lifestyle bieten.<\/p>\n<p>Um f\u00fcr diese Jahrg\u00e4nge attraktiv zu sein, geben Hochschulen inzwischen stolze Summen daf\u00fcr aus, einen bestimmten Lifestyle anzubieten und einen Markenauftritt zu erschaffen, wie man ihn von bekannten Unternehmen kennt. Wissenschaftler der London Metropolitan University f\u00fchrten <a href=\"https:\/\/tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/08841240902905445?src=recsys\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eine Umfrage<\/a> (auf Englisch) unter 190 jungen Erwachsenen durch, die sich gerade damit besch\u00e4ftigten, welche Universit\u00e4t sie besuchen wollten. Mit der Umfrage wurden unterschiedliche Marketingstrategien an drei Universit\u00e4ten beleuchtet. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, dass es f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Studenten bei ihrer Entscheidung deutlich wichtiger war, ob eine Uni ein besonders interessantes soziales Umfeld und ein gro\u00dfes Unterst\u00fctzungsangebot f\u00fcr die Studenten bewarb, als beispielsweise die Darstellung der Ziele und Werte einer Einrichtung, was bisher eine wichtige Marketingma\u00dfnahme war.<\/p>\n<p><strong>2. Der soziale Campus<\/strong><br \/>\nDie Bibliothek ist die Studentenvereinigung von heute. Was vor kurzem noch ein ruhiger R\u00fcckzugsort f\u00fcr konzentriertes Arbeiten war, ist heute ein dichtes Netz an R\u00e4umen, in denen Studenten in verschiedensten Umgebungen allein, aber auch gemeinsam arbeiten k\u00f6nnen. Bibliotheken von heute sind innovativ designt und an die Bed\u00fcrfnisse der Studenten angepasst. Die Studenten k\u00f6nnen sich aussuchen, wann, wo und wie sie arbeiten m\u00f6chten, um besonders produktiv zu sein.<\/p>\n<p>Da sie das Lernen und Arbeiten in optimal eingerichteten Bibliotheken gewohnt sind, kommt es h\u00e4ufig vor, dass iGen-Hochschulabsolventen von der d\u00fcrftigen und nicht leistungsf\u00e4higen Technologie am Arbeitsplatz entt\u00e4uscht sind. Das Gef\u00e4lle in Bezug auf Raum, Funktionalit\u00e4t und Design birgt ein gro\u00dfes Potential f\u00fcr Unzufriedenheit am Arbeitsplatz. Hurley mahnt Unternehmen deshalb, die technologische Ausstattung zu priorisieren und ein gro\u00dfes Angebot an unterschiedlichen R\u00e4umen anzubieten, um Toptalente anzulocken und zu halten.<\/p>\n<p><strong>3.Umgedrehter Unterricht (Flipped Learning)<\/strong><br \/>\nDie 4 Ks sind inzwischen hinreichend bekannt &#8211; Kommunikation, Kooperation, kritisches Denken und Kreativit\u00e4t. Heutige Unternehmen w\u00fcnschen sich Studenten, die diese F\u00e4higkeiten beherrschen. Deshalb ist es entscheidend, dass diese Soft Skills im h\u00f6heren Bildungsbereich entwickelt und verfeinert werden. Eine p\u00e4dagogische Richtung, die diese F\u00e4higkeiten f\u00f6rdert, ist das umgedrehte Lernen, bei dem die Lernenden den vorab aufgezeichneten Videounterricht ihrer Lehrer zuhause ansehen und dann ihre Hausaufgaben zusammen mit ihren Mitsch\u00fclern im Klassenzimmer anfertigen. Ein umgedrehtes Klassenzimmer erfordert Raumdesign, das Mobilit\u00e4t, Gruppenarbeit und die Interaktion mit Informationen beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p><strong>4. YouTube Universit\u00e4t<\/strong><br \/>\nEs gibt kaum etwas, das iGen auf YouTube nicht lernen k\u00f6nnte. YouTube berichtet, dass im Jahr 2017 jeden Tag 1 Milliarde Stunden an Videos auf ihrer Plattform angesehen wurden. Diese Generation ist mit Online-Lernmethoden vertraut und zieht sie klassischen Unterrichtsmethoden vor. Durch das gro\u00dfe Vertrauen in das Online-Lernen werden allgemein zug\u00e4ngliche Online-Kurse, an denen jeder \u00fcberall auf der Welt auf Abruf lernen kann, was er will, immer beliebter, sagt Hurley.<\/p>\n<p>Dieser Trend wirkt sich auch auf die Raumgestaltung aus, denn hier sind flie\u00dfende \u00dcberg\u00e4nge gefragt, um die digitale Welt, in der sich die Studenten routiniert bewegen, widerzuspiegeln. Bildungsinstitute und Arbeitgeber sollten dar\u00fcber nachdenken, zu informelleren und flexibleren Lehrmethoden \u00fcberzugehen, damit Studenten und Angestellte immer auf dem neuesten Stand sind und sich engagiert weiterhin einbringen.<\/p>\n<p><strong>5. Tinder auf dem Stellenmarkt<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Generation iGen geht es nicht darum, die Stelle f\u00fcrs Leben zu finden. Ihre Vertreter gehen noch nicht mal davon aus, ein Jahrzehnt lang die gleiche Stelle zu haben und sind immer bereit, neue berufliche M\u00f6glichkeiten ins Auge zu fassen. Apps wie Switch und Labour Xchange bieten sofortigen Zugang zu Tausenden von Stellenangeboten. Die Mitglieder der Generation iGen k\u00f6nnen durch Wischen nach links oder rechts ihr Interesse oder Desinteresse an einer neuen Stelle zeigen &#8211; genau wie bei der Suche nach dem n\u00e4chsten Date.<\/p>\n<p>Aber wozu braucht man dann noch Personaler? Und was k\u00f6nnen Unternehmen den Mitgliedern der iGen bieten, damit sie im Unternehmen bleiben, wenn der neue Job nur einen Mausklick entfernt ist? Darauf gibt es bisher noch keine zufriedenstellenden Antworten. Hurley weist jedoch darauf hin, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt w\u00e4re, das Bildungssystem und die Umgebung, in der Lernen und Arbeiten stattfindet, zu hinterfragen und neue Konzepte zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong>6. Arbeitsplatz, der alle Bed\u00fcrfnisse erf\u00fcllt<\/strong><br \/>\nGoogle bietet seinen Angestellten am Arbeitsplatz alles Erdenkliche, das sie ben\u00f6tigen k\u00f6nnten &#8211; von kostenlosem Essen \u00fcber Fitnessstudios bis hin zu Massageangeboten &#8211; das Angebot des Unternehmens ist so gro\u00dfz\u00fcgig, dass die Angestellten auf keinen Fall woanders arbeiten m\u00f6chten. Hochschulen nehmen sich zunehmend ein Beispiel an innovativen Unternehmen wie Google, sagt Hurley. Seit Neuestem interessieren sich die Hochschulen auch f\u00fcr experimentelles Design, das auf Nutzerbed\u00fcrfnisse ausgerichtet ist und \u00f6ffnen beispielsweise ihre Einrichtungen rund um die Uhr. Sie bieten den Studenten somit optimale Bedingungen und diese danken es ihnen damit, dass sie ihre Universit\u00e4t auf keinen Fall wechseln m\u00f6chten.<\/p>\n<h3>TECHNOLOGIE SCHLIESST DIE L\u00dcCKE<\/h3>\n<p>Obwohl es einige zukunftsorientierte Universit\u00e4ten gibt, ist die gro\u00dfe Mehrheit noch nicht in der Lage, die Mitglieder der iGen angemessen auf die Zukunft vorzubereiten. Laut Forschungen der Gallup Organisation ist der Gro\u00dfteil der Colleges und Hochschulen (96%) davon \u00fcberzeugt, seine Studenten angemessen auf das Arbeitsleben vorzubereiten, aber nur 11% aller Unternehmen best\u00e4tigen diese Aussage. Die Diskrepanz ist somit erheblich. Google, YouTube und andere Kan\u00e4le als neue Lernplattformen treffen auf eine Generation, die sich im Laufe ihres Arbeitslebens st\u00e4ndig weiter fortbilden wird, um ihre Karriere erfolgreich zu steuern. Dem Bildungsbereich steht somit ein gewaltiger Umbruch bevor.<\/p>\n<p>Um diesen Wandel anzukurbeln, schl\u00e4gt Hurley vor, dass Unternehmen und Universit\u00e4ten voneinander lernen sollten. Unternehmen k\u00f6nnten sich von modernen Bibliotheken Inspiration daf\u00fcr holen, wie eine flexible und weniger hierarchische Arbeitsumgebung aussehen kann. Und Universit\u00e4ten k\u00f6nnten von innovativen Organisationen lernen, welche Vorteile und welchen Mehrwert sie Studenten bieten sollten, damit diese ihrer Hochschule treu bleiben.<\/p>\n<p>Sowohl der Bildungsbereich als auch die Arbeitswelt m\u00fcssen sich weiterentwickeln, um Talente der Generation iGen f\u00fcr sich zu gewinnen und zu halten. Unternehmen und Bildungseinrichtungen m\u00fcssen eine Umgebung schaffen, in der Technologie das Arbeitserlebnis nicht erg\u00e4nzt, sondern das Arbeitserlebnis darstellt &#8211; schlie\u00dflich ist das f\u00fcr iGen ganz selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>iGen ist die erste Generation, der von klein auf immer smarte Technologie zur Verf\u00fcgung stand. 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