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Eine digitale Agentur findet ihren Groove in neuen dynamischen Räumen

Inspiriert von dem, was er gesehen hatte, verwarf Giffin erste Pläne eines Großraumbüros mit abgetrennten Kabinen und entwickelte stattdessen ein Konzept, das sein Team und dessen verschiedene Bedürfnisse durch eine Bandbreite an unterschiedlichen Räumen unterstützt.

Viele Menschen sehen laute Kopierer, klingelnde Telefone und gesprächige Mitarbeiter als Charakteristika lebhafter Arbeitsumgebungen an. Doch selbst in der Werbebranche oder im Marketing, wo sich kreative Köpfe erst durch Brainstorming und gemeinsame Ideenfindung richtig entfalten, kann ein konstanter Lärmpegel und die dauernde Präsenz der Kollegen schnell anstrengend werden. Um kreativ zu sein, braucht es auch Pausen und ruhige Momente der Konzentration.

Als die Räumlichkeiten von Groove, einer digitalen Werbe- und Marketingagentur in Baltimore, ausgebaut werden sollten, nutzte Gründer und CEO Ethan Giffin die Gelegenheit, um die Arbeitsräume der Firma zu überdenken. Er erkannte schnell, dass weit mehr nötig war, als lediglich die Fläche zu vergrößern. In Zusammenarbeit mit Turnstone und Steelcase Händler Hyperspace in Baltimore nahm Giffin sich viel Zeit, um genau zu analysieren, wie er seine Firma mithilfe eines neuen Raumkonzepts voranbringen könnte. Verschiedene Räume sollten die Mitarbeiter optimal in ihrer Arbeit unterstützen und ihre Effektivität und Produktivität steigern. Oberste Priorität war es, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die es Giffins Team möglich macht, sich zu entfalten.

Digital Agency Finds its Groove - 360 Magazine

930m2 voller Möglichkeiten

Als Giffin zuerst ein leeres Industriegebäude in der Nähe von Baltimores Little Italy besichtigte, wurde er von schiefen Wänden und dreckigen Böden voller Bauschutt empfangen. Aber was sich dahinter verbarg, das waren 930m² voller Möglichkeiten.

Das war im Jahr 2012 und Groove war vor noch nicht einmal sieben Jahren gegründet worden. Inzwischen war die Firma drei Mal umgezogen und das Team von Groove war schlecht durchdachte Räumlichkeiten gewohnt ein lauter dauerhafter Geräuschpegel durchdrang Gespräche und erschwerte es, Telefonate zu führen; schlecht konzipierte Räume machten die Arbeit der Angestellten anstrengend und es unmöglich, sich zu konzentrieren.

Die neuen Räume sollten anders werden.

„Mir war klar, wir mussten von unseren alten Mustern wegkommen und uns weiterentwickeln,“ erzählt Griffin. „Als ich alles rund um unsere Arbeit und unsere Unternehmenskultur analysiert hatte, wusste ich, was uns fehlte: Es war schlichtweg ein Gebäude, ein physischer Raum, der tatsächlich auf unser Unternehmen und unsere Aufgaben zugeschnitten ist. Wir hatten bisher immer die Räumlichkeiten von anderen Firmen übernommen und sie lediglich umgestaltet. Erst jetzt kam ich zu der Erkenntnis, dass wir eigene Räume brauchten, die uns weiterbringen und auf einem ganz anderen Level kreativ sein lassen würden.“

Auf der Suche nach Ideen und Inspirationen reiste Giffin auch nach Grand Rapids in Michigan, wo sich der globale Hauptsitz von Steelcase befindet. Der Besuch veränderte Ethans Ansichten über den Arbeitsplatz von Grund auf. Nachdem er Menschen dabei beobachtet hatte, wie sie effektiv arbeiten, während sie auf einem Laufband laufen oder sich in informellen In-Between-Bereichen aufhalten, verstand er, dass Arbeit nicht länger an einen Tisch oder einen Konferenzraum gebunden ist.

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Räumen Bedeutung geben

Inspiriert von dem, was er gesehen hatte, verwarf Giffin erste Pläne eines Großraumbüros mit abgetrennten Kabinen und entwickelte stattdessen ein Konzept, das sein Team und dessen verschiedene Bedürfnisse durch eine Bandbreite an unterschiedlichen Räumen unterstützt.

Weil Zusammenarbeit bei Groove eine sehr große Rolle spielt, ist der Großteil der neuen Räumlichkeiten auf Teamarbeit und gemeinsames Brainstorming ausgerichtet. Dieser Hauptbereich – von den Mitarbeitern auch „the pit“ also zu Deutsch etwa „die Baugrube“ oder „das Bergwerk“ genannt – ist offen gehalten und bringt das Team zusammen. Die Mitarbeiter haben zwar zugewiesene Arbeitsplätze, aber ebenso Zugang zu verschiedenen anderen Räumen, die Zusammenarbeit genauso unterstützen wie konzentrierte Einzelarbeit.

Beispielsweise können die Mitarbeiter sich in eine der Groove „Höhlen“ im Loft im zweiten Stock verkriechen. Diese „Höhlen“ ähneln kleinen Wohnzimmern ohne Wände. Sie bieten die Möglichkeit, sich ein wenig von den anderen Teammitgliedern abzusondern, ohne dabei völlig abgeschottet zu sein. Angrenzende Konferenzräume bieten zusätzliche Möglichkeiten für Mitarbeiter, sich zurückzuziehen, wenn man nicht gestört werden möchte oder einen ruhigen Ort zum Arbeiten benötigt. Für den Fall, dass wichtige Telefonate geführt, Arbeiten überprüft und korrigiert oder schlichtweg Termine eingehalten werden müssen, stellt Groove den Mitarbeitern großzügige Enklaven zur Verfügung, die sie reservieren und ungestört nutzten können.

Grooves firmeninterne Bar bietet nicht nur zusätzliche Bereiche für Zusammenarbeit, sondern ist auch der ideale Treffpunkt, wenn es darum geht, die lebendige Unternehmenskultur zu stärken. Mit einer Bierzapfanlage, einer Plattform mit Discokugel und einer in den Raum integrierten, urigen Hütte vermittelt die Bar die klare Botschaft, dass das Team dieses Unternehmens gerne Spaß hat. Außerdem gibt es bei Groove jeden Freitag freies Mittagessen, eine After-Work Happy-Hour immer Freitag Nachmittags und regelmäßige Filmnächte.

Groove gibt den Mitarbeitern die Möglichkeit, Musikgenre und Lautstärke in sieben verschiedenen Bereichen des Gebäudes selbst zu regeln. Beispielsweise kann im Hauptbereich Rap-Musik gehört werden, während in den darüber liegenden „Höhlen“ Beethoven läuft, die Entscheidung liegt ganz beim Team. Die Kontrolle über solche Faktoren den Mitarbeitern zu überlassen, unterstreicht die Wichtigkeit eines jeden Einzelnen – jeder kann seine Umgebung seinen individuellen Aufgaben und Bedürfnissen anpassen.

„Die neuen Büroräume haben unsere Unternehmenskultur enorm zum Positiven verändert. Wenn man den Arbeitseifer meines Teams und all‘ unsere neuen Möglichkeiten sieht, ist es keine Übertreibung, zu sagen, dass allein diese Räumlichkeiten für unsere gestärkte Unternehmenskultur und die gewonnene positive Atmosphäre verantwortlich sind,“ stellt Giffin fest.

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Private Büros für vertrauliches Arbeiten

Bei der Gestaltung verschiedener Bereiche plante Giffin auch ein traditionelles Büro für sich und für Mack McGee, Executive Vice President und Chef von Groove, ein. Ihr persönlicher Arbeitsstil, vertrauliche Projekte und Unternehmensstrategien, die für die Zukunft in Betracht gezogen werden, sind Dinge, die sie vor dem Auge der Öffentlichkeit nicht preisgeben wollen. Die Erwartungen von Kunden waren ein weiterer Faktor, der diese Entscheidung beeinflusste.

„Meine Kunden erwarten schlichtweg von mir, ein sehr formelles Büro zu haben,“ merkt Giffin an. „Ich brauche Platz, um mich zu entfalten und meine kreative Arbeit ist manchmal mehr eine private Angelegenheit. Ich denke über manche Dinge gerne alleine nach und genauso geht es auch Mack.“

Außerdem platzierte er den Vertrieb in einen separaten Raum, sodass geschlossenen Gespräche das kreative Team im Hauptbereich nicht stören. Die Mitarbeiter von Groove benutzen Kopfhörer für ein gewisses Maß an Privatsphäre auch innerhalb von Gruppenkonfiguration. Doch die Erfahrung hat Giffin gelehrt, dass das Team seinen Einsatz dann maximiert, wenn Mitarbeiter die Möglichkeit haben, andere Orte aufzusuchen, wenn das Bedürfnis nach mehr Privatsphäre besteht.

„ Ich habe endlich verstanden, dass Arbeit nicht nur im Büro am PC stattfinden muss.“

Ethan GriffinGründer und CEO

Raum als Bonus und Katalysator

Die Philosophie des Unternehmens hat die Arbeit des Teams so maßgeblich beeinflusst, dass die neuen Räumlichkeiten inzwischen als „Job Bonus“ auf der Webseite von Groove aufgelistet sind. Und die „coolsten Räumlichkeiten in ganz Baltimore“ zu haben, ist nicht nur toll für die Mitarbeiter; es ist auch gut fürs Geschäft.

Wenn es darum geht, die besten Talente der Branche anzuziehen und andere Unternehmen in diesem Konkurrenzkampf hinter sich zu lassen, steht Groove nun sehr gut da. Bewerber unterzeichnen sehr häufig Verträge mit Groove, weil sie sich in die Räumlichkeiten sprichwörtlich verliebt haben, erzählt Giffin. Tatsächlich geht Giffin davon aus, in einigen Jahren nicht mehr auf eine Personalvermittlung angewiesen zu sein, um gute Mitarbeiter für sein Unternehmen zu gewinnen.

Ebenso erstaunlich ist, welchen Einfluss die Entwicklungen auf den Reingewinn des Unternehmens haben. Weil die alten Räumlichkeiten die Marke nicht gut repräsentieren konnten, tat Groove alles, um Geschäftstreffen an anderen Orten oder per E-Mail oder Telefon abzuhalten. Das hat sich nun geändert.

„Wir haben jede Woche neue Kunden und Erfolge zu verzeichnen. Hier vor Ort Verträge auszuhandeln, ist etwas ganz anderes. Inzwischen ist hier so viel los, dass wir einen Empfangsmitarbeiter brauchen! Und das Beste ist, dass wir 75-80 Prozent der Geschäfte mit einer Vertragsunterzeichnung abschließen können, wenn unsere Kunden hier vor Ort waren. Sie erkennen, dass wenn wir so viel Wert auf unsere Arbeitsumgebung legen, wir vermutlich noch mehr Einsatz zeigen, wenn es um unsere Projekte geht. Und sie haben Recht.“

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