Innovation

Umzug nach München: ein Mitarbeiter erzählt seine Geschichte des Wandels

Das Steelcase Learning + Innovation Center in München vermittelt den Mitarbeitern neue kulturelle Werte.

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Von Christian Neubauer, Steelcase Project Manager, Global Product Development

Change-Management ist keine ganz einfache Sache. Als Global Project Manager bei Steelcase teilte ich meine Zeit früher zwischen Rosenheim, Straßburg und zu Hause auf. Vor etwa einem Jahr bin ich dann ins neue Learning + Innovation Center (LINC) in München gezogen. Dieser Umzug bedeutete einen neuen Rhythmus für mich und meine Familie – nicht zuletzt, weil meine Reisezeit zur Arbeit jetzt 90 Minuten pro Weg beträgt. Doch obwohl ich heute mehr Zeit zum Pendeln brauche, bringen die veränderte Kultur, die Auswirkungen auf die Teamarbeit und der Kundenkontakt eine neue Art von Energie in meine Arbeit. Hier möchte ich nun die Geschichte meiner Erfahrungen im Münchener LINC erzählen. Sie beginnt, noch bevor sich dessen Türen öffneten.

In München gibt es vor allem eine Kultur: die Kultur der Verbindungen.

Christian Neubauer

Gut ein Jahr, bevor ich unser neues Gebäude in München zum ersten Mal betrat, zählte ich zu den Mitarbeitern, die eingeladen waren, an einer Reihe von Workshops teilzunehmen. Durchgeführt wurden die Workshops von Steelcase Applied Research + Consulting (ARC) – eine Gruppe, die üblicherweise unseren Kunden dabei hilft, Erkenntnisse und Forschungen in Maßnahmen und Ergebnisse zu übersetzen. Diesmal haben sie uns geholfen. Ziel war es, unsere aktuellen Arbeitserlebnisse zu verstehen, Chancen zu erkennen, den Weg für Veränderungen zu ebnen und herauszufinden, wie unsere individuellen Bedürfnisse mit den Prioritäten des Unternehmens zusammenhängen.

Als ich in Rosenheim arbeitete, saßen die Leute bestimmter Aufgabengebiete zusammen: Marketing hier, Verkauf dort etc. Wir verfügten über großartige Räume, dennoch hat etwas gefehlt. Die Räume funktionierten nicht so, dass sie unsere ständigen Iterationsschritte und Verbindungen so vereinfachten, wie wir es wollten. Während der ARC-Workshops versuchte ich, mich nicht im Detail zu verlieren. Ich richtete mich auf eine neue Art von Raum ein, aber ich stellte mir nicht vor, wie er aussehen könnte. Stattdessen brachte ich meine Wünsche ein: mehr Miteinander und Zusammenarbeit, den schnellen und einfachen Austausch mit Kollegen und Kunden sowie ein beschleunigtes Rapid Prototyping.

Natürlich war ich angesichts dieser großen Veränderung zunächst etwas besorgt. Nach diesen Workshops empfand ich allerdings wesentlich mehr Begeisterung als Unsicherheit. Bis dahin hatte ich an vielen verschiedenen Orten gearbeitet, die sich zwar alle wie Steelcase anfühlten, die zugleich aber auch von unterschiedlichen Kulturen geprägt waren. Ich freute mich darauf, Teil eines Teams zu sein, das unsere neue Kultur in München mitgestaltet.

Nach monatelangen Beobachtungen, dem Sammeln raumbezogener Daten, der Überprüfung von Umfragen sowie einer gründlichen Bewertung unserer Kultur erarbeitete das Team, das sich mit den Arbeitsplätzen der Mitarbeiter beschäftigte, folgende fünf Leitlinien für die Gestaltung der neuen Arbeitsplätze im LINC: Eigenverantwortung + Vertrauen, Experimentierfreude, Teamarbeit, Authentizität und Zugehörigkeitsgefühl. (Erfahren Sie mehr unter „Lernen und Innovation verbinden“)

Munich Case Study

Da München auf dem Weg zwischen meinem Wohnort und Rosenheim liegt, hatte ich den Vorteil, die Räume des LINC zu sehen, noch bevor die Kollegen einzogen. So konnte ich erleben, wie viel sich veränderte. Ich wusste aber auch, dass sich der Raum weiterentwickeln würde, wenn die Leute das Gebäude erst einmal nutzten. Erst kürzlich wurden z.B. noch einige natürliche Oberflächen und Grünpflanzen ergänzt. Bemerkenswert ist heute, was das LINC für diejenigen von uns leistet, die dort arbeiten. Wir haben so viele Möglichkeiten, wenn es um die Auswahl des Arbeitsplatzes geht. Ich nutze viele verschiedene Bereiche, je nachdem, ob ich allein, mit einem Kollegen oder mit einer Gruppe arbeite, und wechsle meinen Standort mehrmals am Tag.

Es gibt Tage, die ich entspannt mit einem Kaffee beginne (meine Zeit im Zug nutze ich für E-Mails, Termin- und Tagesplanungen), und andere, an denen ich direkt in ein Meeting stürze oder einen Kunden empfange. Für den Kaffee bleibe ich vielleicht im WorkCafé mit Baristabar, um mich mit jemandem zu unterhalten, den ich dort zufällig treffe. Manchmal stehe ich aber auch in einem unserer drei Treppenhäuser, um mich kurz mit Kollegen über Neuigkeiten auszutauschen.

Unsere Techniklösungen am Arbeitsplatz bieten ebenfalls leistungsfähige Möglichkeiten des Verbindens. Wir haben Videokonferenzräume und andere Tools, wie z.B. den Microsoft Surface Hub mit großem Bildschirm. Einer meiner Wünsche für die Workshops war der schnelle und einfache Austausch mit anderen – hier findet er statt.

Ein weiterer großer Unterschied zu meinem alten Arbeitsplatz ist das Zusammenwirken meines Projektteams. Heute gruppieren wir uns locker an einem bestimmten Ort im Gebäude, anstatt, wie früher, jedem Aufgabengebiet einem separaten Bereich zuzuordnen. Ingenieure, Projektmanager, Designer und Marketingmitarbeiter sitzen direkt nebeneinander, um schnellere Entscheidungen zu treffen und um sich gegenseitig zu helfen, wenn Probleme auftreten.

Munich Case Study

Das Münchener LINC wird unsere Art zu lernen neu definieren, sodass jeder zu jedem Zeitpunkt zugleich Lehrender und Lernender ist. Bei Innovation geht es darum, Neues auszuprobieren, Risiken einzugehen und Entscheidungen in Teams zu treffen. Wir befinden uns auf einer Reise, und ich glaube nicht, dass jemand behaupten würde, dass wir schon den gesamten Weg hinter uns gebracht haben. Das Gebäude ist dabei nicht der alles entscheidende Faktor, aber es setzt neue Akzente und vermittelt jedem, der dort arbeitet, neue kulturelle Werte. Ich sehe, wie die Menschen beginnen, sich dort zu Hause zu fühlen und sich den Raum zu eigen zu machen. Noch immer sind alle am Entdecken, Ausprobieren und Entwickeln neuer Rituale. Es wird wohl noch ein Jahr dauern, bis wir angekommen sind – ich denke, für einen Kulturwandel ist das ein ziemlich kurzer Zeitraum.

Wenn mich Leute fragen, was ich über das neue Münchener LINC denke, dann spreche ich über Stolz. Ich bin stolz, für ein Unternehmen zu arbeiten, das von einer solchen Investition überzeugt ist. Und wenn ich Menschen sehe, die an unserem Gebäude vorbeigehen und neugierig durch die Fenster auf unsere Arbeitsumgebung schauen, dann will ich sie voller Stolz im Inneren willkommen heißen und unsere Geschichte erzählen.


Christian Neubauer ist Innenarchitekt und kam 2005 als lokaler Produktmanager zu Steelcase, um das DACH-Vertriebsteam und das Fachhändlernetzwerk zu unterstützen. Im März 2011 arbeitete er mit der neuen Integrated Technologies Group zusammen. Heute ist er Projektmanager des globalen Teams für Produktenwicklung und -einführung in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Er und seine Frau sind die Eltern zweier Mädchen, 6 und 3 Jahre, sowie eines neugeborenen Jungen.

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