Innovation

Racing Across America

Was wir vom härtesten Radrennen der Welt fürs Geschäftsleben lernen können

Racing Across America

4.800 Kilometer. 12 US-Bundesstaaten. Drei große Gebirgsketten und unglaubliche 53.340 Höhenmeter. Keine Etappen. Keine festen Schlaf- und Essenszeiten. Dafür nonstop so schnell wie möglich mit dem Rad von der West- zur Ostküste der USA fahren. Das alles macht das Race Across America zum härtesten Ultra-Langstrecken-Fahrradrennen der Welt.

Racing Across America
Peter Smeets ist Anwalt, Unternehmer und Ultralangstrecken-Radrennfahrer. Er ist außerdem der Geschäftsführer von Officebricks, einem Unternehmen, das Acoustic Pods für mehr Privatsphäre am Arbeitsplatz herstellt. Steelcase und Officebricks sind seit November 2018 Geschäftspartner. Smeets hat mit dem 360°-Magazin darüber gesprochen, wie man trotz starker körperlicher Erschöpfung ein Rennen beendet und wie vier Lektionen, die er aus dem Sport gezogen hat, im Büroalltag eingesetzt werden können.

Führung

Es geht um Balance. Die Balance zwischen autoritärer Führung und dem Fehlen jeglicher Hierarchieebenen. Der weiten Spannbreite zwischen Management von oben und dem Nichtvorhandensein von Titeln und Rangfolgen. „Es bedarf einer besonderen Art der Führung. Die Mitarbeiter müssen sich wohlfühlen”, sagt Smeets. „Die Führungskraft muss Stärken und Schwächen auf bestmögliche Art und Weise managen, um insgesamt ein möglichst gutes Resultat zu erzielen.”

Im Teamkontext sind offene Kommunikation und Vertrauen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern der Schlüssel zum Erfolg. Die Grenze zu Kreativität und Innovation wird erst dann überschritten, wenn Mitarbeiter keine Angst haben, Risiken einzugehen, davon überzeugt sind, dass ihre Meinung geschätzt wird und sie die Fähigkeiten, die sie einzigartig machen, auch einsetzen können. Die Teams beim Race Across America sind bis zu 22 Stunden am Tag auf dem Rad unterwegs – ein Team ohne gute Führung wird unweigerlich scheitern.

 

 

Teamwork

Smeets nimmt seit 20 Jahren an Ironman-Triathlon-Wettkämpfen teil. Was ist der größte Unterschied zwischen dem Ironman und dem Race Across America? Teamwork. „Der Ironman-Wettkampf ist für mich das perfekte Beispiel für einen egobezogenen Sport. Man trainiert alleine und absolviert den Wettbewerb für sich alleine”, erklärt Smeets. „Das Race Across America ist völlig anders. Während man Tag und Nacht auf dem Rad sitzt, arbeiten im Hintergrund 20 perfekt aufeinander abgestimmte Menschen zusammen. Wenn sie nicht harmonieren, scheitert man.” Die unterstützenden Teammitglieder, die trotz wenig oder keinem Schlaf ihre volle Energie und Konzentration auf Dinge wie Navigation und Ernährung richten, sind für den Erfolg des Radrennfahrers absolut unerlässlich.
Kooperation und ständiger Austausch sind im Geschäftsleben genauso wichtig wie beim Race Across America. Ein starkes Gemeinschaftsgefühl der Mitarbeiter stärkt das Vertrauen zwischen den Teammitgliedern, wenn ein Projekt schwierig wird. Außerdem ist inzwischen hinreichend bekannt, dass kreative Ideen nicht im einem Vakuum entstehen. Es braucht dafür ein Team, dessen Mitglieder sich gegenseitig unterstützen und einander zum Erfolg anspornen.

 

Die Macht des Projektmanagements

Wenn klare Prozesse und gutes Projektmanagement fehlen, kommt es zu Missverständnissen, unvorhergesehenen Kosten und verpassten Fristen. Smeets bestätigt: Projektmanager können ein Projekt zum Erfolg führen oder es in den Boden fahren. Sie können dafür sorgen, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen und dabei Spaß haben oder dass die Aufgabe für das Team sehr anstrengend wird. „Das Race Across America ist ein Einjahres-Projekt. Wenn es gelingt, jedes noch so kleine Detail perfekt zu planen und in den Ablauf einzupassen, wird es ein Erfolg. Wenn das nicht gelingt, kann man noch so fit sein – das wird einem nicht helfen, denn es kommt noch auf tausend andere Kleinigkeiten an. Und um diese im Griff zu haben, ist ein hervorragendes Management nötig.“

 

Den Blick auf die Ziellinie richten

Smeets hofft, dass sein Team „The Gentlemen of Speed”, das aus ihm, einem guten Freund und den zwei Spitzenathleten Karl Platt und Tim Böhme besteht, 2019 zu den drei besten Teams im Rennen gehören wird. Dafür müssen sich alle während des gesamten Rennens ausschließlich auf das Endziel konzentrieren.

Langfristige Projekte sind für viele Mitarbeiter emotional, geistig und körperlich anstrengend. Smeets betont, wie wichtig es ist, sich auf das endgültige Ziel zu fokussieren, wenn das Projekt in einer schwierigen Phase ist. „Die Rahmenbedingungen beim Fahrradrennen sind schwierig. Man hat in der Rennwoche keinerlei Privatsphäre, da man immer gemeinsam im Wohnmobil unterwegs ist. Es ist unglaublich heiß und man leider unter Schlafmangel. Man muss die allerbeste Leistung abrufen und den Erfolg des Projekts permanent im Blick behalten. Der eigene Komfort ist nebensächlich. Ähnliches gilt auch fürs Arbeitsleben. Wenn man an neuen Produkten und Ideen arbeitet, macht man auch unangenehme Phasen durch. Der Fokus auf den zukünftigen Erfolg des Projekts hilft auch hier.”

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