Bürostuhl

Mit Innovationen zur Neuerfindung des Sitzens – James Ludwig im Interview

Inspiriert von den neuesten Erkenntnissen der Materialwissenschaft präsentiert Steelcase mit SILQ eine völlig neue Art der Sitzmöbelgestaltung.

Tesla erneuerte das Autofahren. Apple revolutionierte das Musikhören. Nun wird eine Innovation in der Materialwissenschaft dafür sorgen, dass sich die Art und Weise, wie wir sitzen, verändert. Mit SILQ™ präsentiert Steelcase eine völlig neue Art der Sitzmöbelgestaltung, die die für Bürostühle typische Mechanik überflüssig macht und durch ein simples System ersetzt. Als James Ludwig, Vice President of Global Design & Engineering bei Steelcase, zum ersten Mal aufskizzierte, was später SILQ werden sollte, suchte er nach etwas, das mehr ein Organismus als eine Maschine ist. Er hatte einen Stuhl vor Augen, der ästhetische Kunstfertigkeit mit einem reaktionsfähigen Material und einer intuitiven Bedienbarkeit verband.

Zum Zeitpunkt dieser ersten Skizze waren weder die Technik noch die Materialwissenschaft weit genug, um seine Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Doch inzwischen hat Ludwigs innovatives Design- und Konstruktionsteam ein neues Material sowie neue Fertigungsprozesse entwickelt, die dieses ambitionierte Design ermöglichten. 360° traf James Ludwig, der uns mehr darüber erzählte, wie es zu den Innovationen hinter SILQ kam.

360: Was genau macht SILQ so einzigartig?

JL: Wie der Stuhl geformt ist, wie er funktioniert und woraus er besteht – all das ist untrennbar und nicht ohne eine gewisse Magie miteinander verbunden. Für mich gilt er als Meisterleistung des Zusammenspiels aus Design und Technik.

Herkömmliche Arbeitsstühle, die Menschen einen ganzen Arbeitstag lang am Schreibtisch unterstützen, bestehen aus Hunderten von Teilen – SILQ hat nur 30. Die Idee, all unsere komplexen Bewegungen in ein simples Design zu packen, führte zu einem Stuhl, der sich mehr wie ein Organismus bewegt. Wir haben Anleihen aus der Biologie übernommen. Er ist intuitiv. Wenn Sie sich setzen, passt er sich Ihnen an. Er bewegt sich so, wie Sie sich bewegen. SILQ ist so konzipiert, dass er auf alle Veränderungen Ihrer Sitzhaltung reagiert, einfach nur indem Sie auf ihm sitzen – gerade so, als würde er Sie kennen. Wir wollten eine Beweglichkeit schaffen, die nicht nur einfach sein, sondern den Menschen aufzeigen sollte, dass es möglich ist, sich gut zu fühlen, ohne darüber nachzudenken. Bei SILQ muss außer der Höhe nichts eingestellt werden.

360: Was inspirierte Sie zur ersten Skizze von dem, was heute SILQ ist?

JL: Die Intuition, die zu dieser ursprünglichen Skizze führte, war wirklich eine Herausforderung für Design und Technik. Wir waren auf der Suche nach mehr Einfachheit und wollten die Mechanik durch etwas, das mehr wie ein Organismus war, ersetzen. Es ging nicht darum, sie gut zu kaschieren oder zu verstecken – wir wollten sie eliminieren und stattdessen das Material zur Mechanik machen. Zu dieser Zeit gab es die notwendige Technik und das entsprechende Material aber noch nicht. Das Projekt war nicht umsetzbar, also verschwand es in der Schublade. Dann begannen wir mit der Untersuchung von Carbonfasern und brachten den Stuhl LessThanFive auf den Markt, der die Grenzen des Möglichen verschiebt, wenn es um Leichtigkeit und Robustheit des Materials geht.

Schließlich begann ich, über die anderen Eigenschaften von Carbonfasern nachzudenken, die auch in den Beinprothesen von paralympischen Sprintern Verwendung finden. In diesem Bereich ist das Material das Nonplusultra in Bezug auf Robustheit, Flexibilität und Reaktionsfähigkeit. Anschließend habe ich mit meinem Chefingenieur gesprochen, der wirklich brillant ist, und wir waren uns schnell einig, dass die Zeit reif war, die Idee der alten Skizze weiterzuverfolgen.

360: Wie hat Ihr Team an diesem Projekt gearbeitet, um etwas völlig Neues zu erfinden?

JL: Es gibt gerade so viele Diskussionen darüber, wie man Menschen helfen kann, kreativer und innovativer zu sein. Wir hatten den Vorteil, dass wir nicht nur experimentieren, sondern auch scheitern und lernen durften. Und so konnten wir immer wieder entwerfen und verwerfen. Unser kleines Team hatte die Zeit und die Ressourcen, um wirklich zu forschen.

Wir ließen nicht locker. Unsere Ingenieure und Designer haben noch nie so eng zusammengearbeitet. Die Prototypenbauer arbeiteten direkt neben unserem Projektraum und das Team traf sich monatelang jeden Morgen. Alle zogen an einem Strang. Das Team war eingespielt und löste die Probleme, sobald sie auftauchten. Es war eine agilere Art des Problemlösens für uns – und sie funktionierte. Wir waren bereit, Risiken einzugehen und Dinge zu schaffen, die wir bisher für unmöglich hielten.

Die Entstehung von SILQ

Bevor sie technisch umsetzbar war, entstand die Idee zu SILQ in Form einer Skizze, die die Mechanik eines Stuhls durch etwas Einfacheres ersetzt.

Die Entstehung von SILQ

Ludwig arbeitete mit einem kleinen Team zusammen, um ein Material zu entwickeln, das gleichzeitig dünn und leicht, aber dennoch robust ist.

Die Entstehung von SILQ

Das Verständnis der Leistungsfähigkeit von Carbonfasern half den Designern und Ingenieuren, die ultimative Robustheit und Flexibilität zu erreichen.

Die Entstehung von SILQ

Inspiriert von den neuesten Erkenntnissen der Materialwissenschaft, arbeitete das Team bei der Entwicklung von SILQ eng zusammen. Ihr Ziel war es, einen Mechanismus durch etwas zu ersetzen, das eher wie ein Organismus funktionierte.

Die Entstehung von SILQ

Das Team wollte keine Einschränkungen bei der Leistungsfähigkeit in Kauf nehmen. Ludwig stellte es vor die Herausforderung, ein neues Material zu entwickeln, das sich wie Carbonfasern verhält und SILQ für alle Menschen erschwinglich macht.

Die Entstehung von SILQ

„Die Idee, komplexe Bewegungen mit einem einfachen Bauteil zu bewältigen, bedeutete, dass es sich wie etwas bewegen können musste, das man in der Biologie findet.“ – James Ludwig

Die Entstehung von SILQ

Im Entwurfsprozess von SILQ mussten die Ingenieure ihre Probleme mehr als einmal überdenken. Sie entwickelten sowohl den leistungsfähigen Polymer-Werkstoff als auch das Verfahren zu seiner Herstellung. Das Zusammenwirken dieser beiden Komponenten macht SILQ so einzigartig.

Die Entstehung von SILQ

Die einzige Einstellung, die die Nutzer beim Sitzen auf SILQ vornehmen müssen, ist die Höhe. Den Rest übernimmt der Stuhl.

Die Entstehung von SILQ

Bei der Entwicklung von SILQ nutzte Ludwigs kleines Team von Designern und Ingenieuren agilere Arbeitsweisen – Mark Spoelhof, Bruce Smith, James Ludwig, Kurt Heidmann und Nick Deevers (von links nach rechts) arbeiteten Seite an Seite, um Probleme schneller lösen und Innovationen beschleunigen zu können.

360: SILQ ist erhältlich in Carbonfasern und in einem Polymer-Werkstoff, den Sie erfunden haben. Wie entstanden die Innovationen bei der Entwicklung dieses neuen Materials?

JL: Carbonfasern sind ein Premium-Werkstoff. Nachdem unser Team die damit verbundenen gestalterischen und technischen Herausforderungen gelöst hatte, ging ich erneut auf das Team zu und fragte nach einer erschwinglicheren Alternative. Nach einiger Entwicklungsarbeit hatten wir tatsächlich eine Alternative, die dieser Vision entsprach. Mit diesem leistungsfähigen Polymer-Werkstoff erfand unser Team ein neues und inzwischen zum Patent angemeldetes Material, das über die Qualitäten von Carbonfasern verfügt und zugleich die Massenherstellung von SILQ ermöglicht. Zusätzlich zum Material hat unser Team auch den patentierten Prozess zur Herstellung des Stuhls entwickelt. SILQ vereint Gestaltung, Funktionalität und Materialqualität, um etwas völlig Neues zu schaffen.

360: Wird sich angesichts der Erfahrungen bei der Entwicklung von SILQ Ihre Herangehensweise an zukünftige Projekte verändern?

JL: SILQ ist wirklich erst der Anfang einer Entwicklung, durch die wir Dinge erreichen können, die bislang nicht vorstellbar waren. Wissenschaft und Technik steigern die menschliche Kreativität und beschleunigen die Innovation. Die Voraussetzungen für Neugier zu schaffen und dieses Verhalten zu belohnen, führt zu weiteren Durchbrüchen und Entdeckungen. SILQ ist nur der Anfang. Wahre Innovation erkennt man daran, dass man eine Aufgabe gelöst hat und die Leute sagen: „Ich wusste gar nicht, dass ich das will … aber, ja, genau das will ich.“ Innovationen lösen Probleme und beseitigen Reibungen aus dem Leben der Menschen.

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