Aktiv Lernen

Active Learning Center Erfahrungen

In den USA werden Schulen mit einem „Active Learning Center“-Zuschuss gefördert. Wir haben nachgefragt, wie sich das auf die Benutzer der Räume auswirkt.

Durch den Zuschuss sollen Schulen bei der Gestaltung effektiver Lernumgebungen unterstützt werden. Bis zu 16 Schulen werden jedes Jahr mit Möbeln und Medientechnik von Steelcase ausgestattet, um praxisorientiertes Lernen zu fördern.

Zum Ende des Schuljahres besuchten wir die Teilnehmer an der UnSchool, der New Mexico State University und an der Virginia Tech und fragten sie, wie ihre Erfahrungen waren.

UnSchool | Fair Oaks, CA

Die Schüler der UnSchool hatten mit den traditionellen Unterrichtsräumen ihre Schwierigkeiten. Einerseits sollten sie in Gruppen zusammenarbeiten, andererseits fühlten sie sich durch die klobigen Möbel, die nicht zu den modernen Unterrichtsmethoden passten, eingeschränkt.

Das hat sich geändert: In ihrem neuen Active Learning Center bleiben die UnSchool-Schüler immer am Ball. „Viele Schüler haben neue Konfigurationen entwickelt, da sie nun die Möbel einfach bewegen können“, erklärt Schulleiter Gabriel Cooper. „Die Lehrer empfinden die Räume als sehr funktional und die Möbel als robust und langlebig.“

Die bequemen und modernen Möbel laden zum Verweilen ein und können leicht bewegt werden. Dadurch wurde dieser Raum zum beliebtesten Ort der ganzen Schule. „Der Raum kann an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst und in verschiedener Weise umgestaltet werden, sei es für Besprechungen, Prüfungen, Vorträge oder Gruppenaktivitäten“, sagt Cooper.

In welcher Weise hat der neue Raum die Entwicklung der Schüler beeinflusst?

Für Cooper war die überraschendste Erkenntnis, wie gerne sich Schüler und Lehrer in diesem Raum aufhalten. „Es ist eine lebendige und flexible Lernumgebung.“ erklärt Cooper. „Es macht Spaß, mit den Möbeln neue Konfigurationen zu gestalten, die den individuellen Lernstil unterstützen. Dadurch, dass man mühelos zwischen den einzelnen Konfigurationen wechseln kann, entsteht ein nahtloser Übergang zwischen verschiedenen Aktivitäten.“

Wie geht es mit dem Active Learning Center in der UnSchool weiter?

„Wir wollen weiterhin neue Konfigurationen mit den Möbeln ausprobieren. Außerdem wollen wir testen, inwieweit dieser Raum Schüler und Lehrer beim Erreichen ihrer persönlichen Lernziele unterstützen kann. Nächstes Jahr haben wir zum ersten Mal eine Abschlussklasse. Wir werden sie dazu verpflichten, Unterrichtsstunden für ihre Mitschüler zu geben, damit sie Führungsqualitäten entwickeln können. Die Gestaltung der Möbel wird dabei ein großes Thema sein“, merkt Cooper an.

New Mexico State University | Las Cruces, New Mexico

Die New Mexico State University hat ihren „Engineering 100“-Kurs neu organisiert: Es stehen nun Teamarbeit und Teambildungsaufgaben im Vordergrund, um den Zusammenhalt zu stärken. Nach Aussage der Dozenten war dies der perfekte Kurs für das neue Active Learning Center.

„Es war wirklich toll“, erklärt Elizabeth Howard, Leiterin für studentische Angelegenheiten am NMSU College of Engineering. „Die Studierenden ziehen diesen Raum gegenüber anderen Unterrichtsräumen vor, weil sie dort besser in Teams arbeiten können.“ Und auch viele Lehrer haben uns gebeten, dort unterrichten zu dürfen.“

Howard berichtet, dass die Lehrer sich in diesem Raum freier bewegen können und jeden Schüler ungehindert erreichen können. Dadurch wird es auch für eher zurückhaltende Studenten leichter sich aktiv zu beteiligen. „Die Teamarbeit wird verbessert und als natürlicher empfunden. Die Studierenden arbeiten nicht länger in bunkerartigen Räumen und auch diejenigen, die normalerweise hinten sitzen, werden zur Mitarbeit animiert, da es keine hinteren Sitzreihen mehr gibt“, fügt sie hinzu.

Seit ich 2012 diesen Kurs übernommen habe, war das die engagierteste Gruppe.

Howard erhielt sowohl von den Studierenden als auch von der Lehrerschaft positives Feedback: „Seit ich diesen Kurs 2012 übernommen habe, war das die engagierteste Gruppe. Durch die Raumgestaltung werden sie ermutigt, sich auf die Aufgaben einzulassen und mit ihren Mitstudenten zu kooperieren. Die Studenten stehen nicht mehr nur vor der Gruppe, sondern können sich auf verschiedene Wege einbringen. Ich kann zu den verschiedenen Tischen oder Whiteboards im Raum gehen oder ihnen ein Feedback direkt auf ihren Whiteboards geben“, sagt einer der Dozenten.

Aufgrund der positiven Reaktionen auf den neuen Raum konnte der Fachbereich Alumni-Fördergelder nutzen, um im Januar ein zweites Active Learning Center zu schaffen. In diesem Sommer wird das dritte folgen.

„Es ist ein sehr beliebter Ort auf dem Campus. Die Alumni haben den positiven Einfluss des Raums auf unsere Studenten wahrgenommen. Außerdem werden Dozenten aus anderen Fachbereichen den Zuschuss für nächstes Jahr beantragen“, erklärt Howard.

Virginia Tech | Blacksburg, Virginia

Mit Hilfe des Active Learning Center-Zuschusses konnte an der Virginia Tech Universität ein 20 Jahre altes Computerlabor in ein modernes Labor verwandelt werden, das praxisorientiertes Arbeiten unterstützt.

„Die Studenten fühlen sich wohler in diesem Raum. Es ist komfortabler, da die Sitze weicher gepolstert sind als zuvor und sie gehen ihre Arbeit entspannter an. Sie nutzen Sofas, Tische und zusätzliche Stühle für Gruppenarbeit außerhalb des Unterrichts“, erklärt Les Fuller, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Virginia Tech.

Fuller sagt uns außerdem, dass die Lehrenden während des Unterrichts einen besseren Zugang zu ihren Studenten haben. „Ihnen gefällt, dass sie beim Unterrichten sich frei durch den Raum bewegen können und dabei das tragbare Whiteboard benutzen können“.

Im nächsten Schuljahr wird Fullers Team den Umgang der Studenten untereinander, im Active Learning Center mit einem traditionellen Computerlabor vergleichen. Geplant ist außerdem, mehr TV-Bildschirme einzusetzen und die technischen Möglichkeiten zu verbessern, damit man Daten von Computern und Mobilgeräten auf diese Bildschirme übertragen kann. ‘

Was überraschte Fuller am meisten an diesem Raum? „Die Anziehungskraft, die der Raum von Anfang auf die Studenten ausübte. Man sieht sofort, wie wohl sie sich in dem Raum fühlen – sei es, um sich nur aufzuhalten oder um gemeinsam an Projekten zu arbeiten“.

 

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